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Autark

Adele Raschke besticht deutsche Staatsanwälte

Autark-Anleger wundern sich, dass es in den Ermittlungsverfahren nicht weiter geht

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Adele Raschke schreibt viel. Jeden Tag. Da ist es gut, dass ihre E-Mails ausgelesen werden. Die Ermittler haben viel zu tun - aber vielleicht schauen sie auch weg. Adele kommt dann mit dem Geldkoffer

Der Autark-Skandal wird immer größer: Am Nikolaustag, dem 6. Dezember 2018 hat die als "Autark-Oma" bekannt gewordene Adele Raschke gegen Mittag in einer E-Mail an den Berufsverbrecher Stefan Kühn die aktive Bestechung von Staatsanwaltschaften zugegeben. Damit wird deutlich, warum die Ermittlungen gegen den Berufsverbrecher und sein kriminelles Netzwerk offenbar nicht weiter vorangehen. :gerlachreport hatte bereits berichtet, dass auch zwei Jahre nach Eröffnung des Ermittlungsverfahrens mehr als 300 Autark-Anleger noch nicht durch die Polizei und Staatsanwaltschaften vernommen worden sind.

Insbesondere der ermittelnde Dortmunder Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll steht im Kreuzfeuer der Kritik. Anleger werfen ihm vor, die Ermittlungen schlampig oder gar nicht zu führen. Anlegerschutzanwälte, die ungenannt bleiben wollen, beklagen gegenüber dem :gerlachreport, dass der Staatsanwalt "wider besseren Wissens und trotz erheblicher Beweislast" nicht gegen den Berufsverbrecher Stefan Kühn und sein Netzwerk vorgeht. Schlimmer noch: "Stefan Kühn und seine Bande verüben täglich neue Betrügereien. Hierüber sind die Ermittler informiert. Doch sie unternehmen nichts."

Adele Raschke, die auch Geschäftsführerin der dubiosen RAHL Geschäftsbersorgungsgesellschaft ist, spielt bei der Verdunkelung und Verschleierung der Autark-Straftaten eine ganz besondere Rolle. Denn es geht längst nicht mehr nur um Delikte aus der Vergangenheit. Stefan Kühn, alias Stefan Koschate, hat zusammen mit seiner Tochter Laura Koschate und Adele Raschke ein Netz neuer Unternehmen aufgebaut, die das Ziel haben, existierende Forderungen von Autark-Anlegern in wertlose Aktien der nicht im Handelsregister eingetragenen "Autark Entertainment Group AG" umzuwandeln.

Gleichzeitig werden mit unzulässigen kriminellen Methoden neue Gelder eingesammelt und neue und alte Anleger betrogen. Ein Anlegerschutzasnwalt zum :gerlachreport: "Kühn und seine Bande brauchen dringend frisches geld, damit ihnen der Betrug der Vergangenheit nicht um die Ohren fliegt. Jetzt werden wertlose Immobilien und Musical-Theater als heilbringende Investitionen angeboten. Die einzige Garantie ist der Totalverlust."

Dieser neue Betrug findet, so die einhellige Kritik, unter den Augen und mit Wissen der ermittelnden Staatsanwälte statt. Im Hintergrund zieht Adele Raschke die schmutzigen Fäden. In ihrer E-Mail, die sie am 6. Dezember 2018 gegen die Mittagszeit an Stefan Kühn geschrieben hat, heißt es dann auch: "Bevor ich Sie jetzt umfänglich in die weiteren Schritte einweihe, muss ich darauf bestehen, dass Sie diese E-Mail, wenn Sie diese gelesen haben, diese bitte sofort vernichten und keinesfalls einem Dritten zur Verfügung zu stellen. Dies wäre für mich ein absoluter Vertrauensbruch, der unserer weiteren Zusammenarbeit im Wege stehen würde."

In der Folge werden verschiedene kriminelle Handlungen dargelegt und abgesprochen, die jetzt Teil neuer strafrechtlicher Ermittlungen gegen Stefan Kühn und die Rentnerin Adele Raschke sind. Die "Autark-Oma" schließt ihre konspirative E-Mail mit dem Hinweis: "Auch hier werden wir aktiv helfen, diese Staatsanwaltschaften mit den notwendigen Geldern zu versehen".

Ermittler beschäftigt jetzt die Frage, wer "Wir" ist und welche kriminellen Verbindungen Adele Raschke nutzt und unterstützt. Mehr noch: Seit mehr als einem jähr steht Stefan Kühn unter verdacht, Staatsanwälte und Ermittler bestochen zu haben (:gerlachreport berichtete). Und viele stellten sich die Frage: "Warum sitzt der Mann nicht in Untersuchungshaft?" Selbst sein Strafverteidiger weiß darauf keine Antwort.

:gerlachreport hatte zudem bereits über die Siegener Kameraj-Mafia berichtet, die Autark-Anleger, die Raschkes Angebot nicht annehmen wollen, offenbar am Telefon bedroht. Das Angebot Nachrangdarlehn in wertlose Aktien der Autark-Entertainment zu tauschen, endet am 31. Dezember. Die Kamaraj-Brüder sollen auch die Liebhaber von Kühns Tochter Laura Koschate sein. Und sie ist die direkte Verbindung zu Adele Raschke.

Der E-Mail-Verkehr der Kreditbetrügerin Adele Raschke wird seit einiger Zeit überwacht. Auch ihr E-Mail-Konto bei "gmx.de" wird ausgelesen und unter straf- und zivilrechtlichen Gesichtspunkten bewertet und genutzt. So kam jetzt die Bestechung "Staatsanwaltschaften mit den notwendigen Geldern zu versehen" ans Tageslicht. Pech für Adele Raschke: Sie selbst hatte die E-Mail bei sich nicht gelöscht.

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