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Kryptonews

BitCoin ist eine Währung nur für wirklich Reiche

Drei Kontoinhaber allein besitzen knapp 2,5 Prozent aller ausgegebenen Coins

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Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht Tausende von Investoren den Preis für Bitcoin antreiben, sondern nur ein einziger großer

Auch die junge Bitcoin-Welt ist geteilt in Reich und Arm. Eine Auswertung zeigt: Über 40 Prozent aller Bitcoins sind in der Hand von Multimillionären. Bitcoin droht zur Währung der Reichen zu werden. Der Bitcoin ist nicht irgendeine Digitalwährung. In den Augen seiner Anhänger ist die erste und wichtigste Kryptomünze der Welt nicht weniger als ein Werkzeug, um die Macht der klassischen Banken und Finanzakteure zu brechen. Auf dem Fundament der Blockchain-Technik solle eine neue Finanzwelt entstehen, so die Hoffnung des mysteriösen Gründers Satoshi Nakamoto im Jahr 2009.

Zehn Jahre nach ihrer Auflegung zeigt sich nun: Auch in der vermeintlich anarchischen Graswurzelwelt der Kryptowährungen spiegeln sich die realen gesellschaftlichen Verhältnisse wider. Das zeigt sich etwa beim Blick auf die Bitcoin-Vermögensverteilung.
Wie eine neue Untersuchung des Branchenportals Kryptoszene.de auf Basis der Blockchain-Analyseseite Bitinfocharts zeigt, ist die Ungleichheit in der Kryptowelt besonders ausgeprägt.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Insgesamt gibt es 13,5 Millionen Bitcoin-Konten (Adressen). Laut der Erhebung liegen auf knapp 42 Prozent von ihnen 1000 Bitcoin oder mehr – was in Dollar umgerechnet einem Millionen- oder gar Milliardenvermögen entspricht.

Drei Kontoinhaber allein besitzen knapp 2,5 Prozent aller ausgegebenen Coins. 12,5 Prozent der Coins liegen auf 106 Konten: Ihre Halter bilden die Superreichen der Kryptowelt und verfügen über 10.000 bis 100.000 virtuelle Münzen im Gegenwert von derzeit rund 20,8 Milliarden Dollar.

Auf der anderen Seite teilt sich knapp die Hälfte aller Bitcoin-Halter die homöopathische Summe von nur 0,02 Prozent des Gesamtvermögens. Auf der großen Mehrheit der Konten liegen Bitcoins im Gegenwert von unter zehn Dollar.

"Das Ungleichgewicht ist immens", folgert Kryptoszene.de. Die Befunde seien vor allem vor dem Hintergrund erstaunlich, "dass die dezentrale Natur der Blockchain eher nahelegen würde, dass die Schere zwischen Arm und Reich im Krypto-Space geringer ausfallen würde."

Klar ist: Die Erhebung hat methodische Schwächen. So erlaubt die Blockchain-Analyse keine Rückschlüsse darauf, ob ein Bitcoin-Konto einer Einzelperson gehört, einem Krypto-Unternehmen oder gar einem großen Vermögensverwalter. Insofern ist der Rückschluss, die dicksten Konten seien in der Hand einzelner Millionäre und Milliardäre, mit Vorsicht zu genießen. Auch ist unklar, aus welchen Ländern und Kontinenten die Halter stammen.

Dass die Arm-Reich-Schere in der Kryptowelt besonders weit auseinanderklafft, steht für Beobachter jedoch außer Frage. Das liegt auch an der rasanten Entwicklung des Markts, erklärt Philipp Sandner, Leiter des Blockchain Center der Frankfurt School of Finance and Management. "Wenige Leute halten viele Bitcoins", sagt er.

Solange die Währung ein Nischendasein führte, sei das nicht weiter problematisch gewesen. Aber infolge des rasanten Anstiegs des Bitcoin-Kurses von weniger als einem Cent vor zehn Jahren bis auf aktuell rund 9.300 Dollar nahm demnach auch das Vermögen dieser Personen enorm zu. "Das kann zu Problemen führen, vor allem, wenn noch nicht mal bekannt ist, wer diese Personen sind", mahnt Sandner.

Auch in der analogen Welt ist das Vermögen sehr ungleich verteilt, wie etwa die deutsche Debatte über die Wiedereinführung der Vermögenssteuer zeigt. Für die Kryptowelt sind derlei Diskussionen aber vergleichsweise neu.

Der Anteil und die Macht der Krypto-Millionäre und -Milliardäre könnten mit dem Zustrom vermögender Privatanleger auf den Markt weiter wachsen. Allen Kursturbulenzen zum Trotz kaufen immer mehr Reiche Bitcoin und Co. – mit einem kleinen Teil ihres analogen Vermögens, absolut aber mit nennenswerten Beträgen. So bieten US-Vermögensverwalter wie Fidelity inzwischen die Bitcoin-Verwahrung an, deutsche Start-ups wie Iconic Funds wollen den Handel an klassischen Wertpapierbörsen möglich machen.

Noch ist offen, was die klaffende Arm-Reich-Schere langfristig mit der Kryptowelt macht. Was der Einfluss der Superreichen anrichten kann, zeigen aber Untersuchungen der US-Wissenschaftler John Griffin und Amin Shams von den Staatsuniversitäten in Texas und Ohio. Sie führen den starken Bitcoin-Preisanstieg bis auf 20.000 Dollar im Jahr 2017 auf das Handeln einer einzigen Adresse zurück, die eine Kettenreaktion ausgelöst haben soll.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass nicht Tausende von Investoren den Preis für Bitcoin antreiben, sondern nur ein einziger großer", sagte Griffin laut der Nachrichtenagentur Bloomberg. "In einigen Jahren werden die Menschen überrascht sein, dass Kryptoanleger Milliardenwerte in die Hände von Leuten gelegt haben, die sie nicht kannten und die kaum reguliert wurden."

Die Bitcoin-Szene streitet schon heute über eine Baustelle, die die weltverbessernde Vision des Anfangs gefährdet: den hohen Stromverbrauchs des Blockchain-Netzwerks und seine Klimafolgen. Nun könnte ein neuer Zankapfel folgen: über den Einfluss der Krypto-Millionäre auf den Gesamtmarkt.

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