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Autark/Prof. Knoll

Der neue ekelhafte Betrug des Ganoven Stefan Kühn

Schreiben von Professor Knoll wird genutzt, um weiter Anleger aufs Kreuz zulegen

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Ein Brief ohne nennenswerten Inhalt. Trotzdem nutzt Berufsverbrecher Stefan Kühn dasSchreiben als angebliche Bestätigung für den bevorstehenden Börsengang

Wie lange spielt der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Prof. Dr. Heinz-Christian Knoll das schmutzige Betrugs-Spiel des Berufsverbrechers Stefan Kühn, alias Stefan Koschate, bei der Autark Entertainment Group AG noch mit?

Wie lange schaut die Staatsanwaltschaft Dortmund der fortgesetzten Abzockerei noch tatenlos zu?

Wie lange wird die Hochschule in Leipzig ihren Professor Knoll, den Mann auf den finsteren Abwegen des deutschen Kapitalgraumarktes, den Studentinnen und Studenten noch zumuten?

Wann hat das Autark-Drama endlich ein Ende?

Täglich tauchen neuen Fragen und Details im unendlichen Autark-Skandal auf. Und täglich zeigen neue Enthüllungen das gesamte Ausmaß dieses Trauerspiels, bei dem inzwischen mehr als 4.000 Anleger und Investoren auf der Strecke bleiben. Bis jetzt geschätzter Schaden: Mehr als 70 Millionen Euro.

Am vergangenen Freitag, 20. September 2019, bekam Berufsverbrecher Stefan Kühn kalte Füße: Er brauchte ein Stück Papier, das seine Lügen zu Wahrheiten machte. Seine leeren Versprechen mit Leben füllt und weiter Sand in die Augen seiner dummen Anleger und Investoren streut.

Stefan Kühn brauchte ein Schriftstück, um den drohenden Kollaps und neue Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu vermeiden. Der dubiose Professor Knoll eilte willig und ganz eigennützig zur Hilfe.

In einem einzigartig unprofessionellen Schreiben der "kbs KNOLL BECK AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft" schrieb Knoll auf Anforderung "Persönlich/Vertraulich" an den Vorstand der Autark Entertainment Group AG.

Vorstand Stefan Kühn taucht in der Anschrift namentlich nicht auf. Er gilt derzeit nach den Veröffentlichungen im :gerlachreport und anderen Medien als "toxisch". Auf gut deutsch: Investoren und Anleger flüchten scharenweise vor dem einschlägig vorbestraften Berufsverbrecher.

Das weiß auch Knoll.

Doch schlechter Umgang mit Ganoven und zwielichtigen Gestalten ficht den Mann nicht an. Das zeigt sich auch in anderen Fällen: "gerne bestätigen wir den folgenden Status bezüglich der Einreichung des Verkaufsprospektes für die Autark Entertainment Group", schreibt er nichtssagend.

Immerhin am 5. September sei der "Verkaufsprospekt" bei der "Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)" eingereicht und der "begonnene Genehmigungsprozess wird unverändert fortgesetzt".

Diese Nachricht ist gleichbedeutend mit der Meldung, dass es im Winter um Mitternacht dunkel ist oder Hunde nicht sprechen können.

Die gute Nachricht für Stefan Kühn und die Autark Entertainment Group: "Aktuell gibt es keine Rückmeldung der BaFin über den Status der Bearbeitung, diese erwarten wir bis spätestens 4. Oktober 2019 (dies würde der üblichen Bearbeitungsfrist von 20 Werktagen ab Einreichung entsprechen).

:gerlachreport hat nachgefragt: Bei der BaFin liegen bereits "bekannte Hindernisse vor, die eine Genehmigung unwahrscheinlich werden lassen", heißt es süffisant. Da kann der Professor nur ein müdes "über zukünftige Rückmeldungen werden wir Sie unaufgefordert informieren" hinterherschicken. Interessant: Der Börsengang ist zu einer "Prospektgenehmigung" verkommen.

Dieses Schreiben ist so nichtsagend und hohl, dass es selbst für den Ganoven Stefan Kühn offenkundig zu dünn war. Er verschickte es an seine Schuldner mit dem Hinweis: "In drei Wochen kann und werde ich meine Schulden bezahlen."

Da ist der Wunsch Vater des Gedankens: Stefan Kühn und seine Unternehmungen sind zahlungsunfähig. Das Geld, das er zur Seite geschafft hat, braucht er für die Knasttage und die Tage danach. Denn dass Stefan Kühn in den Bau wandert, steht sogar für seinen Strafverteidiger aus Düsseldorf fest. Es ist nur eine Frage von wenigen Tagen, dass die Staatsanwaltschaft ihn und seine Frau in U-Haft nimmt (:gerlachreport berichtete).

Mitarbeiter warten seit Wochen und Monaten auf ihre Gehälter und die Finanzierung des Musicals "Wallace" steht in den Sternen. "Kühn ersäuft in seinen Schulden", heißt es in Duisburg. Ehefrau Sabine Kühn, selbsternannte "Managerin" des neuen Autark-Desasters, kassiert unterdessen monatlich 7.000 Euro aus Autark-Anleger-Geldern. Bei Gericht beantragte sie für ihre zahlreichen Prozesse und Verfahren Prozesskostenhilfe und versichert an Eides statt: "Ich besitze nichts". Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Sabine Kühn ist ein Fall für sich: Undurchsichtig, durchtrieben, verlogen. Die schwergewichtige Ex-In-Fast-Allem beleidigt aktuell in hunderten vorliegenden E-Mails Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner: "Botox-Fresse", "Dünnschiss", "fiese Ratte", "ekelhaftes Stück Scheiße". Und natürlich: "Sie bekommen kein Geld". Das ist die perfekte Werbung für ein Unternehmen, das sich zu den führenden Anbietern der deutschen Musical-Szene zählt. "Vorstand" Stefan Kühn lässt solche Unflätigkeiten zu - sie dienen der Einschüchterung von Partnern. Zudem kennt er das Verhalten von Sabine aus seiner Ehe. Da nimmt er auch das unterste Niveau in Kauf. Als er sie als Theaterchefin des "Theater am Marientor" (Duisburg) einst wegen Veruntreuungen feuerte, erpresste Sabine "die Liebe meines Lebens" mit ihrem Wissen und der Drohungen "alles zu verraten". Das klappt immer.

Heute ist Harmonie pur im Hause Kühn: Das Gangster-Ehepaar träumt von einem Börsengang, der hohe zweistellige Millionen in ihre privaten Kassen spülen soll. Jeder Angriff von außen, jede Kritik ist nicht gewünscht. Berufsverbrecher Stefan Kühn vermeldet, im kommenden Jahr als "Privatier" in den Ruhestand zu gehen. Im Knast wird er das müssen.

Unterdessen brennt aber eine andere Frage auf den Nägeln: Wer soll diesen Schrott mit dem Namen "Autark-Aktie" überhaupt kaufen? Es gibt bis heute weder ein geprüftes Geschäftskonzept, noch ein Produkt, das Geld bringen kann. Auch die Autark Entertainment Group AG ist in den Augen der Dortmunder Staatsanwaltschaft ein illegales Schneeballsystem.

Das Musical "Wallace" kann und wird kein Geld verdienen. Das belegen interne Berechnungen, die :gerlachreport vorliegen. Wenn das Musical überhaupt ausgeführt werden wird. Nach den Turbulenzen der vergangenen Woche steht die Sicherung der Welturaufführung in den Sternen. "Wallace" ist ein Minusgeschäft.

Und sonst: Millionenzahlungen für den Erwerb des Rhein-Main-Theaters blieben Kühns ebenso schuldig, wie verpflichtende Zahlungen aus Unternehmenskäufen und Beteiligungen. Dabei hat Kühn nach eigenen Worten Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll versprochen, "jeden zu bezahlen". Das tut er dann mit gefälschten Bankbelegen und manipulierten Bankbestätigungen, die er seinen Partnern zuleitet.

Und noch eine Frage drängt: Welche Aktien stehen überhaupt für die Anleger zur Verfügung, nachdem angeblich 50 Millionen Euro über die Aktien als Sicherheit dienen? So viel ist selbst die schön gerechnete Autark Entertainment Group AG gar nicht wert, dass Altverbindlichkeiten und neue Schulden irgendwann einmal bezahlt werden können.

Da hilft auch die ganze Schönrechnerei nicht weiter: Professor Dr. Heinz-Christian Knoll hatte auf der Basis der von Sabine Kühn, Kühns Tochter Laura Koschate und Stefan Kühn gefälschten Bücher und Unterlagen zunächst ein wertloses Wertgutachten erstellt, das bestätigt, dass die Autark Entertainment Group AG angeblich 55 Millionen Euro wert ist. Worauf Ganove Stefan Kühn immer hingewiesen wurde: Dieser fiktive Wert kann nur realisiert werden, wenn es tatsächlich zu einem Aktienhandel kommt und der Wert der Aktie festgestellt wird.

Nur: Aktien gibt es nicht.

Natürlich wusste auch Professor Knoll frühzeitig, dass es sich bei dieser ganzen Geschichte um einen Betrug handelt: Aus Unterlagen, die :gerlachreport vorliegen, geht hervor, dass Knoll ein fettes Stück vom Betrugs-Kuchen abhaben will. Denn mit der Kapitalerhöhung der Autark Entertainment Group AG begrub Knoll zugleich einige Leichen des deutschen Kapitalgraumarktes um den Betrugsfall Four Gates AG. Diese staatsanwaltlichen Ermittlungen drückten ihn sehr.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Wertgutachten wurde mit Wissen von Knoll als "Persilschein" von Stefan Kühn und seinen Vertriebsmannen Stefan König und Jens Kuhnhenne genutzt. Das Gutachten hat der Autark-Vertrieb bundesweit unters Volk gebracht - ohne offizielle Genehmigung der BaFin, ohne nachweisbare Geschäfte. Nur mit leeren Versprechen. Alles genau so, wie in den vergangenen Jahren. Und die Staatsanwaltschaft Dortmund schaut weiter zu.

Das ist strafrechtlich natürlich gewerbsmässiger Betrug.

Professor Knoll hat übrigens in den vergangenen Monaten mit sechsstelligen Summen das marode Autark-System finanziert. Woher diese Gelder stammen, will jetzt auch die Staatsanwaltschaft wissen.

Komisch: Seitdem ist der Geldhahn geschlossen und der Berufsverbrecher Kühn pfeift offiziell aus dem letzten Loch. Dieser Zustand ist für ihn keine Weltpremiere. Die Betrugsmuster von Stefan und Sabine Kühn sind ja seit Jahren bekannt.

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