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Medard Fuchsgruber

Der Robin Hood der Kleinanleger offiziell insolvent

Die dicksten Brocken warten: Strafverfahren wegen gewerbsmässigem Betrug

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Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ machte Medard Fuchsgruber gar zum „Robin Hood der Kleinanleger“, was gut für das Geschäft war

Medard Fuchsgruber hat gewaltige Problem: Der selbsternannte „Robin Hood der Kleinanleger“ ist nach Mitteilung des Amtsgerichts Duisburg jetzt auch insolvent. Damit will er vor seinem großen Betrugsprozess offenbar die Chancen für eine geregelte Privatinsolvenz erhöhen. Ob das gelingen kann ist fraglich. :gerlachreport hatte bereits über das bevorstehende Verfahren berichtet.

Nach einer Mitteilung des Amtsgerichts Duisburg wurde das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen des Medard Fuchsgruber, geboren am 06.12.1964, wohnhaft Neanderstr. 96, 47139 Duisburg am 15.08.2018, um 10:58 Uhr angeordnet. Das Geschäftszeichen: 63 IN 223/17. Betroffene Anleger, die Fuchsgruber vertraut haben, können jetzt ihre Forderungen unter dieser Nummer anmelden.

Wenn es um dubiose Machenschaften und krumme Geschäfte von Finanzjongleure am grauen oder schwarzen Kapitalmarkt ging, war Medard Fuchsgruber (53) über Jahrzehnte der viel gefragte Experte. Der Chef einer Wirtschaftsdetektei im saarländischen Ottweiler suchte angeblich rund um den Globus Betrüger und Pleitiers. Sein Ziel: Verschollene Millionen von geprellten Anlegern aufspüren. In vielen seriösen TV-Sendungen über die Methoden der Anlagebetrüger tauchte Fuchsgruber als Ratgeber und Retter auf.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ machte ihn gar zum „Robin Hood der Kleinanleger“, was gut für das Geschäft war. Ein Teil der Kundschaft des Privatermittlers, der sich über die Jahre ein eigenes Firmenimperium aufgebaut hat, kam und kommt aus dem Kreis der geleimten Klein-Investoren, mit denen wiederum Absprachen über Honorare und Erfolgsprovisionen getroffen worden sein sollen.

Dafür steht er jetzt unter Anklage: Nach jahrelangen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken unter dem Aktenzeichen 33 Js 450/15 jetzt die strafbaren Handlungen zusammengefasst. Bei Durchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt. Fuchsgruber ist zwischenzeitlich auch in Nordrhein-Westfalen aktiv. In Duisburg residiert eine Unternehmensberatung, deren Geschäftsführer und Gesellschafter er ist.

Die Vorwürfe gegen Fuchsgruber: Gewerbsmäßige Untreue in 143 Fällen, Betrug oder Untreue in 39 Fällen, vorsätzliche Insolvenzverschleppung in drei Fällen und Untreue in weiteren 53 Fällen. Dazu kommen Urkundenfälschungen. Derzeit gehen die Ermittler von einem Schaden von rund einer Million Euro aus. Betroffen sind demnach Kunden und private Kleinanleger. Fuchsgruber soll sich vor der großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Saarbrücken verantworten.

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