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Autark

Die Wallace-Pleite stand im August schon fest

Wie Stefan Kühn einen neuen Plan schmiedete, um Anleger abzuzocken

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Der handelsregisterauszug: Die Adresse des Unternehmens befindet sich im "Theater am Marientor"

Berufsverbrecher Stefan Kühn hatte es frühzeitig geahnt: Weil Autark-Anleger und Gläubiger hinter ihm her waren und sich die wirtschaftlichen Aussichten eintrübten, gründete er am 16. Juni die KüKo Verwaltungsgesellschaft mbH. KüKo steht für Kühn und Koschate. Denn eigentlich heißt Stefan Kühn Koschate. Aber auch seine Tochter Laura heißt Koschate. Es wird gerätselt, welche Rolle sie in diesem Unternehmen spielen sollte oder gespielt hat Tatsache ist, dass mit der Gründung und der späteren Umbenennung bereits am 8. August feststand, dass das Musical "Wallace" nicht erfolgreich sein würde. Die Wallace-Pleite war im August beschlossene Sache.

Faktum ist auch: Geschäftsführer Jörg Platen, ebenfalls Geschäftsführer der in Insolvenz steckenden TaM Betriebsgesellschaft mbH, ebenfalls der inzwischen eingestampften TAMRA GmbH i.Gr., fungierte als nützlicher Idiot in der KüKo und sorgte erst einmal dafür, dass das Unternehmen ein Konto bekam.

Konten sind der Schlüssel für die Abzockereien des Berufsverbrechers Stefan Kühn, der nicht nur mehr als 3.500 Autark-Anleger um mehr als 50 Millionen Euro betrogen hat, er ist auch für die Pleite des Musicals "Wallace" und des Theaters am Marientor verantwortlich.

Offiziell werden Medien wie der :gerlachreport für die Pleite verantwortlich gemacht, da sie regelmässig über Kühns Geschäfte berichtet haben. Diese Berichte, so Kühn offiziell, hätten Investoren verschreckt und letztendlich habe das in die Insolvenz der TaM Betriebsgesellschaft mbH geführt.

Wer näher hinschaut, wird diese Argumentation als kompletten Blödsinn entlarven können. Am 17. Juni wird unter der HRB Nummer 31897 die KüKo eingetragen: "KüKo Verwaltungsgesellschaft mbH, Duisburg, Plessingstraße 20, 47051 Duisburg. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gesellschaftsvertrag vom 27.02.2019 mit Änderung vom 19.03.2019. Geschäftsanschrift: Plessingstraße 20, 47051 Duisburg. Das ist die Anschrift vom Theater am Marientor.

Gegenstand: die Verwaltung fremden und eigenen Vermögens und alle damit im Zusammenhang stehenden Leistungen. Stammkapital: 25.000,00 EUR. Geschäftsführer: Platen, Jörg, Duisburg, *08.09.1967, einzelvertretungsberechtigt mit der Befugnis im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

Irgendwie war Stefan Kühn das zu viel: Jörg Platen machte längst nicht mehr alles, was Kühn wollte. Nicht zuletzt, weil Platen für Kühn Millionenverträge unterzeichnete, für die er heute haften muss.

Zwei Monate später gibt es folgende Eintragung: "KüKo Verwaltungsgesellschaft mbH, Duisburg, Plessingstraße 20, 47051 Duisburg. Einzelprokura: Bocian, Barbara, Altenberge, *10.09.1961." Barbara Bocian kennt alle Geheimnisse von Stefan Kühn. Sie ist für ihn der Fels in der Brandung und vielleicht die letzte Person, die noch loyal zu ihm steht.

Im Theater am Marientor nahm das Musical "Wallace" Gestalt an und die Gelder blieben aus. Für Stefan Kühn Zeit, noch einmal eine wesentliche Entscheidung zu treffen: KüKo musste weg. "Viel zu nah an Kühn dran", pflegte er zu sagen.

Am 7. Oktober , längst war klar, dass "Wallace" ein Autark-Desaster wird, kommt die entscheidende Änderung, die ganz weit weg von Kühn führt: "KüKo Verwaltungsgesellschaft mbH, Duisburg, Plessingstraße 20, 47051 Duisburg. Die Gesellschafterversammlung vom 08.08.2019 hat eine Änderung des Gesellschaftsvertrages in § 1 und § 2 und mit ihr die Änderung der Firma und des Unternehmensgegenstandes beschlossen. Neue Firma: RMT Betriebsgesellschaft mbH. Neuer Unternehmensgegenstand: die Verwaltung, Vermietung und Betrieb von Theatern, die Veranstaltung von Events, die Aufführung von Bühnenstücken jeder Art sowie der Betrieb aller Theaternebengeschäfte wie Gastronomie, Garderobe, Merchandising, sowie die Beteiligung an Entertainment-Unternehmen."

Für Stefan Kühn stand also bereits am 8. August fest, dass die TaM Betriebsgesellschaft den Bach runter gehen würde und das "Theater am Marientor" einen neuen Besitzer braucht: die RMT Betriebsgesellschaft mbH. Die Umschreibung hat dann nicht mehr geklappt. Es kann auch sein, dass Jörg Platen einen hellen Moment hatte. Fest steht, dass Stefan Kühn für seine Investorenanwerbung über die INCO Genossenschaft ein neues Zugpferd benötigte. Die RMT war genau richtig. Denn in der INCO ist das Anlagevermögen "Theater am Marientor" nicht mehr vorhanden.

Was Stefan Kühn aber nicht bedachte: Dem Zugpferd fehlten bereits die Beine. RTM steht für "Rhein-Main-Theater". Das wird auf der Autark-Seite sogar beworben. Stefan Kühn hat es gekauft. Aber nie bezahlt. Er schuldet dem Verkäufer mehr als drei Millionen Euro.

Das gleiche Geschäft wie die TaM Betriebsgesellschaft mbH. Die ist inzwischen pleite. Stefan Kühn hatte frühzeitig vorgesorgt

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