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GWP Inkasso

Dieter Morscheck: Ermittlungen wegen Erpressung

Dieter Morscheck benutzt das Inkassounternehmen für illegale Geschäfte

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:gerlachreport sucht aktuell Opfer von Dieter Morscheck. Mit seinem dubiosen Inkasso-Unternehmen GWP Inkasso hat er hunderte Anleger abgezockt

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn ermittelt gegen den Erpresser Dieter Morscheck. Der Chef der GWP Inkasso Ingelfingen hat bei verschiedenen Gerichtsprozessen Rechtsanwälte und Angeklagte illegal fotografiert. Später wurden Familien der Angeklagten mit den Fotos erpresst. Wurde nicht gezahlt, wurden die Fotos auf Internetforen veröffentlicht und an "interessierte Dritte" weitergegeben.

:gerlachreport sind Dutzende Fotos zugespielt worden, die Dieter Morscheck bei den unterschiedlichen Gerichten gemacht hat. In zwei Konkreten Fällen hat er jeweils 35.000 Euro pro Foto verlangt. Als nicht gezahlt wurde, hat er die Fotos an Erpresserportale und angebliche Opfer der Angeklagten verschickt.

Dieter Morscheck gehört zur Gruppe von angeblichen Inkasso-Unternehmen, die derartige Firmen nur als Tarnung für kriminelle Handlungen benutzen. Die GWP Inkasso war bereits mehrfach Ziel von Berichterstattungen, nachdem Morscheck seine Mandanten und Kunden abgezockt hatte. In Künzelsau kam es zum Eklat, als Morscheck öffentlich als "Betrüger" gebrandmarkt wurde und die berichte des :gerlachreport in jedem Briefkasten zu finden waren.

Morscheck zog mit seinem dubiosen Unternehmen ins wenige Kilometer entfernte Ingelfingen. In einem anderen aktuellen Fall soll Morscheck die Datenbestände eines Unternehmens gehackt haben um anschließend die Kunden des Unternehmens in wertlose Inkasso-Dienstleistungen zu locken.

Durch den Umzug ist jetzt die Staatsanwaltschaft Heilbronn mit dem Ganoven befasst.

Vielfach werden Gerichtsflure und Verhandlungssäle von Pressefotografen und Kamerateams belagert, wenn ein Strafverfahren auch nur halbwegs spektakulär erscheint. Grundsätzlich sind alle Strafverfahren mit Ausnahme von Jugendsachen öffentlich. Dies gilt im Besonderen auch für die Anwesenheit von Pressevertretern, die als Mittler an der individuellen und öffentlichen Meinungsbildung mitwirken.

Privatleute, der wie in diesem Fall angebliche Inkasso-Unternehmer, dürfen jedoch keine Fotos machen. Morscheck hat die Rechte des Angeklagten oder der Angeklagten willentlich, vorsätzlich und mit dem Ziel der Erpressung verletzt. Ihm war es wichtig, nicht nur eine Prangerwirkung, sondern mit den illegalen Fotos auch einen wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen.

Die Zulässigkeit von Fotoaufnahmen ist auch für Gerichtsbilderstattung nach dem allgemeinen abgestuften Schutzkonzept der §§ 22, 23 KunstUrhG zu beurteilen. Danach dürfen Fotografien nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder veröffentlicht werden. Das gilt ebenso für sämtliche Beteiligte an einem Strafverfahren.

Für die Erlaubnis von Fotoaufnahmen im Gerichtssaal und dem Flur davor ist der Vorsitzende Richter zuständig. Sofern die Beteiligten nicht einverstanden sind, fotografiert zu werden, darf der Vorsitzende das Fotografieren in Ausübung seiner sitzungspolizeilichen Zuständigkeit nicht erlauben oder dulden, wenn die Gefahr einer unzumutbaren Anprangerung besteht.

Besondere Maßstäbe sind auch bei einer Verdachts-Berichterstattung anzulegen, also in Fällen, in denen der Angeklagte noch nicht rechtskräftig verurteilt wurde. Die Unschuldsvermutung gilt also auch nach dem Urteil fort und gebietet bis zur Rechtskraft entsprechende Zurückhaltung, mindestens aber eine ausgewogene und nicht einseitige Berichterstattung. Andernfalls droht die Gefahr, dass dieser Angeklagte eine Stigmatisierung erfährt, die auch durch einen späteren Freispruch nicht mehr zu beseitigen sein könnte. Der Unschuldige würde trotz des Freispruchs in der breiten Öffentlichkeit mit dem Makel behaftet sein, die Tat "in Wahrheit" doch begangen zu haben.

Solche Feinheiten sind für Dieter Morscheck nicht wichtig. Unabhängig von den Strafermittlungen wegen der Erpressungen droht ihm schon wegen der Verbreitung der Fotos eine Haftstrafe.


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