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Justizskandal

Dortmunder Staatsanwalt schützt Autark-Betrüger

Justizskandal: Wie die Autark-Mafia die Ermittler nach Strick und Faden "verarscht"

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Berufsverbrecher Stefan Kühn: Zusammen mit seiner Tochter Laura Koschate entwickelt er ein neues Netz von Betrugsunternehmen. Unter den Augen der Dortmunder Staatsanwaltschaft. Die schaut taten- und hilflos zu

Schwere Vorwürfe gegen den Dortmunder Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll: Mehr als dreihundert Autark-Anleger sind bis bis zum heutigen Tag noch nicht vernommen worden. Dabei geht es um einen Betrug von mehr als 50 Millionen Euro. Und das ist noch nicht alles: Unter den Augen und mit Wissen der Staatsanwaltschaft hat der Berufsverbrecher Stefan Kühn, alias Stefan Koschate, ein neues Netzwerk von Betrugsunternehmen aufgebaut. Bis zum heutigen Tag werden Anleger abgezockt. Hierbei helfen Kühn insbesondere seine Tochter Laura Koschate und die als "Autark-Oma" berühmt gewordene Betrügerin Adele Raschke als Chefin der obskuren RAHL GmbH. Offiziell laufen die weiblichen Mitstreiterinnen "unter dem Radar" der Ermittler und treiben ihr Unwesen.

Dabei ist auch bei der Staatsanwaltschaft Dortmund seit Monaten bekannt, wie Laura Koschate zusammen mit der wegen Kreditbetrugs angeschuldigten Adele Raschke im Namen und mit Vollmacht von Stefan Kühn die Fäden zieht. Eine wichtige Rolle spielt auch der inzwischen offiziell abgetauchte Pleitier Grischa Pietsch. Untätig und im Tiefschlaf verharrend, hat es Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll auch zugelassen, dass bis heute illegal Geld von Autark-Anlegern gewaschen wird und über verschiedene Tarn-Unternehmen rund um Adele Raschke und Laura Koschate die illegalen Geldflüsse und Geldgeschäfte koordiniert werden.

Mittendrin: INCO-Aufsichtsratsvorsitzender Jens Walther aus Leipzig. Der abgetakelte Rechtsanwalt soll sogar Mandantengelder von Treuhandkonten für die Geldgeschäfte der Autark benutzt haben. Was hat die Staatsanwaltschaft getan? Nichts.

Auch das "Theater am Marientor" in Duisburg mit dem neuen Geschäftsführer Bram ten Hove spielt dabei eine wichtige Rolle. Ten Hove ist ebenfalls ein "offizieller" Kopf der INCO Genossenschaft und ist in nahezu jede "Schweinerei des Stefan Kühn" verstrickt. Was tut der Staatsanwalt? Nichts.

Dabei ist alles schnell und unkompliziert zu recherchieren. Wenn man seine Arbeit macht. Von Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll kann man das nicht behaupten. Mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hätte er im Hintergrund die Geldströme der einzelnen Unternehmen und Personen kontrollieren können. Ihm wären trotz erheblicher Müdigkeit die Augen schon deshalb aufgegangen, weil die gesamte Autark-Gruppe wegen der laufenden Arretierungen gar keine Konten mehr besitzt und Stefan Kühn trotzdem wie ein König lebt.

Mehr noch: Wären die betrogenen Anleger in den vergangenen 24 Monaten befragt worden, hätte sich ein klares Bild ergeben, wie und vor allem mit wem das Betrugsnetzwerk Stefan Kühn tatsächlich funktioniert. Aber daran besteht, das lassen jedenfalls die Fakten nicht anders zu, gar kein Interesse. Selbst Hinweise von Rechtsanwälten betroffener Anleger verschwinden bei Staatsanwalt Wyrwoll wohl gerne im Papierkorb - jedenfalls tauchen sie bei den Ermittlungen nie wieder auf.

Und: Das Netzwerk des Berufsverbrechers Stefan Kühn (Stefan Koschate) ist bis heute gleich geblieben. Autark-Vertriebsmitarbeiter wie Stefan König, Griescha Pietsch oder Matthias Hake sind ebenso aktiv, wie Dutzende anderer Drücker, die die wertlosen Nachrangdarlehn verkauft haben. Hätte die Staatsanwaltschaft die Autark-Anleger frühzeitig befragt, wäre nicht nur der tatsächliche Schaden ermittelt worden. Sondern man könnte anhand der aktuellen Vertriebsliste die Aktivitäten des Stefan Kühn auch noch heute verfolgen. Selbst die Tarnunternehmen wären bekannt.

Noch heute geht der tiefschlafende Staatsanwalt Wyrwoll davon aus, dass der Autark-Schaden in einem "niedrigen Millionenbereich" liegt. Das ergibt sich aus Unterlagen, die :gerlachreport vorliegen. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat bis heute das tatsächliche Ausmass nicht nur nicht erkannt, es hat gar kein Interesse an einer Aufklärung oder weiteren Schadensbegrenzung.

Schimmer noch: Selbst die inzwischen mit der Verteidigung des Berufsverbrechers Stefan Kühn beauftragte Düsseldorfer Anwaltskanzlei VBB kann nicht fassen, dass Kühn noch nicht in Untersuchungshaft sitzt. Kühn-Verteidiger Dr. Nikolaus Rixe hat intern "fassungslos" auf die Tatsache reagiert, "dass Kühn nicht verhaftet wurde", wie :gerlachreport erfuhr.

Die Verteidigung geht davon aus, dass Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll "wohl nicht fertig wird oder nicht fertig werden will". Im Klartext: Die Ermittlungen werden nur schlampig durchgeführt oder sogar verschleppt. Erste Anleger prüfen derzeit, ob gegen den faulen Staatsanwalt wegen Strafvereitelung im Amt Anzeige erstattet werden soll.

Gute Gründe für eine Inhaftierung des Berufsverbrechers Stefan Kühn gibt es allemal: Trotz der umfangreichen Hausdurchsuchungen vor wenigen Wochen ist die Staatsanwaltschaft "kaum fündig" geworden. Stefan Kühn hatte bereits frühzeitig dafür gesorgt, dass wichtige Unterlagen verschwanden. Laura Koschate hatte zusammen mit der Kameraj-Mafia aus Siegen belastende Unterlagen und Festplatten "entsorgt". Autark-Oma Adele Raschke hat zusammen mit Kühn eine Strategie der "Vernichtung, Vertuschung und Verarschung" der Ermittler entwickelt, wie Stefan Kühn intern vertraulich mitteilte. Schon am Tag der Hausdurchsuchungen hat sich Stefan Kühn in einer Kurznachricht über die Ermittler lustig gemacht. "...die sind so blöd!"

Das alles wären erhebliche Gründe für eine Haft: Die von Stefan Kühn und seiner Tochter Laura Koschate initiierte Verdunkelung dürfte den tiefschlafenden Staatsanwalt jedoch überfordern. Das Netz von neuen Unternehmen in Liechtenstein, England, Irland, British Virgin Island und der Schweiz ist so fein gesponnen, dass ein leidenschaftsloser Staatsanwalt die Flinte ins Korn wirft und sich lieber um vorweihnachtliche Schokoladendiebe bei Aldi kümmert. Das ist viel einfacher.

Und wahrscheinlich ist bei der Staatsanwaltschaft auch die neue Adresse von Stefan Kühn nicht bekannt: Von Duisburg ist er nach Herdecke gezogen. In die Zeppelinstrasse 39. Da, so sein Kalkül, werde man ihn bestimmt nicht finden.

Na, Herr Wyrwoll, sind Sie jetzt wach?

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