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Ex-Kanzler unter Betrugsverdacht in den USA

Das miese Geschäft mit den Pennystocks - Betrug wie aus einem guten Film

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Seilschaften, Netzwerke und am Ende Betrug: Österreichs Kurzzeit-Kanzler Christian Kern steht in den Akten der US-amerikanischen Börsenaufsicht. Es geht um einen Betrug mit Penny-Stocks in Höhe von 27 Millionen Euro

Als österreichischer Bundeskanzler hatte SPÖ-Mann Christian Kern mit manchen politischen Unwettern zu kämpfen. Jetzt steht er im Feuer der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Es geht um einen Betrug, der nach vorläufiger Schätzung einen Schaden von mehr als 27 Millionen Euro angerichtet hat. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt wegen Aktienbetrugs gegen die Liechtensteiner "Alpha Capital Anstalt". Das Unternehmen ist zur selben Zeit wie Österreichs Ex-Kanzler in das israelische Unternehmen Foresight Energy Ltd. von Kerns Ehefrau eingestiegen. Selbst für österreichische Verhältnisse ein Skandal. Die Alpha Capital gehört mittel- oder unmittelbar dem österreichischen Milliardär Martin Schlaff. Christian Kern fungiert als Chairman der Foresight Energy Ltd.

Aufmerksame Beobachter der österreichischen Innenpolitik-Blase reagierten verwundert, als der Ex-Kurzzeit-Kanzler jetzt ankündigte, er wolle komplett aus der Politik aussteigen. Selbst auf der EU-Ebene, immer ein Platz für viel Geld für wenig Arbeit, wollte er keine Rolle mehr spielen. Kurzzeit-Kanzler Kern (KKK) wolle gar nichts mehr mit Politik zu tun haben. Er werde sich nun als Unternehmer selbstständig machen.

Dabei ist Kern ist bereits seit 2016 Unternehmer. Er war damals, im August, drei Monate nach seinem Einstieg in das Bundeskanzleramt, als Anteilseigner der israelischen Firma Foresight Energy Ltd. (der heutige Markenname lautet Fsight) in das dortige Firmenregister eingetragen worden. Zeitgleich mit der diskreten Liechtensteiner Alpha Capital Anstalt, die laut dem Recherche-Zentrum Addendum dem Milliardär, Kulturmäzen und ehemaligen DDR-Dealmaker Martin Schlaff zuzurechnen ist.

Bereits im Februar war ausführlich über die gemeinsamen Aktivitäten von Martin Schlaff und Christian Kern berichtet worden. Besonders auffällig war damals nicht nur das zeitgleich erfolgte Investment der beiden Herren bei der von Kerns Ehefrau Eveline Steinberger-Kern geführten Firma in einem unscheinbaren Gewerbegebiet im Norden Tel Avivs.

Für Verwunderung sorgte bereits damals die Kritik von Eveline Steinberger-Kern gegenüber ihrem Investor Alpha Capital aus dem Liechtensteiner Vaduz. Sie hätte es lieber gesehen, dass man die Anstalt als US-amerikanisches Investment-Unternehmen in New York gründet, weil dort ein offizielles Büro existiert.

Christian Kern hatte für seinen Einstieg als Kanzler den Chefposten samt Millionengage beim Feuerfeststoff-Erzeuger RHI ausgeschlagen. Kern selbst hatte zunächst im Zuge einer ORF-Wahlkampf-Diskussion erklärt, dass er für die Politik auf ein Millioneneinkommen verzichtet habe. Später erklärte er sogar, dass die Vorverträge mit dem RHI-Konzern bereits unter Dach und Fach waren und er die Eigentümer bzw. deren Vertreter habe bitten habe müssen, ihn daraus wieder zu entlassen. Seinem Wunsch wurde entsprochen.

In der RHI spielt Milliardär Martin Schlaff über Freunde, Vertraute und sein Netzwerk eine dominante Rolle. Herbert Cordt, der mit Schlaff vor Jahren große Deals mit Mobilfunkanbietern in Südosteuropa durchgezogen hatte, ist Vorsitzender des Verwaltungsrats. Österreichs Altkanzler Alfred Gusenbauer saß im Aufsichtsrat, als die RHI AG noch in Österreich firmierte.

Der Sumpf aus Wirtschaft, Politik und undurchsichtigen Geschäften ist für die ehrenwerte Familie Kern und ihr Unternehmen Foresight Energy Ltd. jetzt ein Desaster. Denn gegen den Partner, die Alpha Capital wird umfangreich ermittelt. Die nordamerikanische Börsenaufsicht SEC (U.S. Securities and Exchange Commission) hat ein Verfahren eingeleitet, das am Ende mit einer Milliardenstrafe enden kann.

Der Alpha Capital Anstalt, die im Liechtensteiner Firmenbuch registriert ist, wird die "Mitwirkung" bei einem auch aus dem Film „Wolf of Wallstreet“ bekannten Aktienbetrug vorgeworfen. Dabei geht es um sogenannte Penny Stocks, also um Aktientitel mit geringer Marktkapitalisierung. Im Finanzjargon ist diese Form des Finanzbetrugs als „Pump and Dump“, kurz „P&D“, bekannt. Das passiert, wenn mit falschen bzw. irreführenden Aussagen der Kurs der Aktie in die Höhe getrieben wird. Gutgläubige Anleger zahlen drauf, weil die Manipulateure ihnen ihre deutlich überbewerteten Aktien verkaufen.

In dem SEC-Verfahren geht es um drei mutmaßlich hochprofitable Pump-and-Dump-Schemata zwischen den Jahren 2013 und 2018. Denen Beklagten wird seitens der SEC eine Bereicherung in Höhe von mehr als 27 Millionen Dollar vorgeworfen. Fatal: Damit stehen auch alle Beteiligungen und Verbindungen des Unternehmens im Visier der Ermittler. Und die kennen in den USA kein Erbarmen. Sie haben alle Recht und Möglichkeiten, unabhängig von der zuständigen Staatsanwaltschaft zu ermitteln und Strafen zu verhängen. Der Weg führt also direkt zur Familie Kern.

Eveline Steinberger-Kern und ihr Ehemann, der Kurzzeit-Kanzler ließen eine Anfrage unbeantwortet. Milliardär Martin Schlaff teilte über seinen Sprecher mit, dass kein Vertreter der Alpha Capital von der SEC einvernommen worden sei. Man habe sich überhaupt nichts vorzuwerfen. Dabei sind die Untersuchungen der SEC abgeschlossen. Verhandelt wird der Fall im berüchtigten US District Court, Southern District of New York. Der Verhandlungstermin ist noch offen.

Derzeit werden noch betroffene Anleger gesucht, die auf die falschen Versprechen und den Betrug reingefallen sind.

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