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Flucht geplant: Konstantin Ignatov bleibt hinter Gittern

Ermittler: Flucht-Flugzeug aus Bulgarien war schon in New York gelandet

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OneCoin-Boss Konstantin Ignatov bleibt im Knast. Da wird er mit seinen Tätowierungen kaum auffallen. Vielleicht trifft er auch auf alte Bekannte von der bulgarischen Mafia

OneCoin-Boss Konstantin Ignatov wollte auf Kaution aus dem Knast. Am Ende hatten seine Anwälte fünf Millionen Dollar, Fußfesseln und die Abgabe seiner Personalpapiere angeboten. Dann kam raus: Seine Flucht war längst geplant. Jetzt bleibt Ignatov hinter Gittern.

Konstantin Ignatov wurde in Los Angeles bei dem Versuch, die Vereinigten Staaten zu verlassen, auf dem Flughafen verhaftet. Gegen ihn und seine Schwester Dr. Ruja Ignatova liegen internationale Haftbefehle vor. Mit der offiziellen Anklage gegen Konstantin Ignatov wird in den nächsten Tagen gerechnet, seine Schwester ist bereits in Abwesenheit angeklagt worden.

Das amerikanische Rechtssystem sieht vor, dass Festgenommene vor dem Haftrichter den Antrag auf Kaution stellen können. Ausländern wird dieses zumeist verweigert, weil sie keine persönlichen Anbindungen und Vermögenswerte besitzen.

Nach der Höhe der Kaution kann auch die Schwere der Beschuldigungen ermessen werden. Kein Festgenommener darf ohne Anwalt dem Haftrichter vorgeführt werden.

Das amerikanische Justizministerium hatte nach der Festnahme in Los Angeles die zuständige Richterin in New York gebeten, keine Kaution zu bewilligen. Das Verfahren gegen Konstantin Ignatov und seine Schwester wird in New York geführt, weil neben Anschuldigungen wegen Geldwäsche, auch Verstöße gegen geltendes Aktienrecht Teil der Klage ist.

Ignatova und ihr Bruder hatten OneCoin-Anleger und Investoren versprochen, dass die angebliche Kryptowährung über ein ICO an die Börse gebracht werden würde. :gerlachreport hatte diese Pläne bereits vor Monaten als undurchführbar beschrieben.

Die amerikanischen Ermittler haben das Verfahren von Los Angeles an den Börsenplatz New York verlegt, weil die Staatsanwaltschaften hier die größte Kompetenz bei Börsen- und Anlagebetrug haben. Im Southern District of New York gibt es besonders viele Verurteilungen mit teilweise drakonischen Strafen.

Unklarheit besteht derzeit, wie viele Anklagen gegen Konstantin Ignatov vorgebracht werden. Jede Anklage hat ein eigenes Strafmaß und die einzelnen Strafen werden dann addiert. Es wird damit gerechnet, dass noch weitere Anklagen hinzukommen. "Wir kennen erst die Spitze des Eisbergs", heißt es in New York.

Opfer können sich direkt an die Ermittler wenden:

United States Attorney’s Office
+1 866-874-8900 oder per E-Mail an USANYS.OneCoin@usdoj.gov

:gerlachreport ist bei der Kommunikation zwischen Opfern und Staatsanwaltschaft gerne behilflich.

Konstantin Ignatov hatte über seine Anwälte zuletzt eine Kautionssumme von 5 Millionen US-Dollar für seine Freilassung angeboten. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass eine "Gefahr von Ignatov ausgeht", er habe zudem keinerlei "Beziehungen in den USA".

Als tatsächlicher Grund werden aber wohl Flugbewegungen aus dem Ausland bewertet. So sei eine Privatmaschine aus Bulgarien in New York gelandet und habe "offensichtlich den Beschuldigten Ignatov außer Landes bringen sollen", heißt es im Department of Justice (DOJ). Die Ermittlungen laufen.

Im Klartext: Konstantin Ignatov hatte bereits seine Flucht geplant. :gerlachreport erfuhr, dass bereits kurz nach Bekanntwerden der Verhaftung des OneCoin-Bosses "extreme Bewegung im OneCoin-Netzwerk festzustellen gewesen sei". Ermittler kommen zu dem Schluß, "dass alles versucht werden sollte, Konstantin nach seiner vorläufigen Freilassung außer Landes zu schaffen."

Die Verhaftung des OneCoin-Bosses hat weitreichende Folgen: Im Rahmen seiner Kautionsverhandlungen hat sich Konstantin Ignatov auch bereit erklärt, mit den Ermittlern zusammen zu arbeiten. Dabei sei es auch zu der "heißen Spur" zu seiner Schwester gekommen (:gerlachreport berichtete).

Die jetzige Ablehnung der Kaution hat weitreichende Folgen: Bis zu seiner Verhandlung, die erst in Monaten stattfinden wird, bleibt Ignatov im Knast. Es gilt eine besondere "Besuchs- und Kontaktverordnung". Bedeutet: Bis auf seinen Anwalt können derzeit keine Personen den OneCoin-Boss besuchen oder sprechen.

Das Justizministerium hat inzwischen weitere Ermittlungen eingeleitet. Die Staatsanwälte möchten wissen, wovon Konstantin Ignatov die 5 Millionen Kaution bezahlen oder wer ihm dieses Geld leihen wollte. Denn offiziell hat er sein Vermögen "ausschließlich in Bulgarien". Ein von Ignatov eingereichtes Vermögensverzeichnis ist unter Verschluss genommen worden.

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