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Freiheit für Konstantin: Der neue OneCoin-Betrug

Petition ist eine neue miese Abzocke, die den Betrügern Zeit verschafft

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Der Gut-Mensch Konstantin Ignatov ist ein Milliardenbetrüger. Jetzt wollen ihn seine OneCoin-Jünger befreien. Das alles ist nur eine Tarnung für neuen Betrug

Freiheit für Konstantin Ignatov! Das ist die Forderung der duschgeknallten OneCoin-Gemeinde. Im Netz gibt es sogar eine eigene Interseite: www.free-konstantin.org. Doch was wie eine Realsatire aussieht, hat für die OneCoin-Betrüger eine große Bedeutung. Es ist ein großes Täuschungsmanöver. Denn hinter den Kulissen geht der OneCoin-Betrug weltweit in die nächste Runde.

Konstantin Ignatov, der Bruder der ehemaligen Kryptoqueen Ruja Ignatova ist ein Milliardenbetrüger. Hunderttausende wurden mit leeren Versprechen und angeblichen Kryptogewinnen betrogen. Auch heute erschüttern nahezu täglich unglaubliche Geschichten die Öffentlichkeit. Ruja Ignatova ist abgetaucht. Sie hat einen neuen Namen, ihr Aussehen ist verändert. Sie steht internationale auf der Fahndungsliste.

Die amerikanische Justiz hat Konstantin Ignatov, den mit Tattoos übersäten Bruder, festgesetzt. Er sitzt in einem der schlimmsten Gefängnisse in New York und wartet auf seinen Prozess (:gerlachreport berichtete). Durch mehrere Paralellverfahren kommen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Aus einem Fall des Betruges gegen Konstantin ist inzwischen ein Sammelsurium von Fakten, neuen Beweisen und hunderttausenden Dokumenten geworden, die belegen, dass es mit dem Prozess und der finalen Anklageschrift noch dauern kann.

Jeder weiß, dass das Verfahren dann auch das finale Ende von OneCoin/OneLife sein wird. Denn mit US-amerikanischen Strafurteilen können weltweit die Betrüger eingefangen werden.

Jeder Tag ist wertvoll. Tagesaktuell tummeln sich auf den unterschiedlichen OneCoin/OneLife-Foren die Betrüger und alle, die die Hoffnungen noch nicht aufgegeben haben. Auf dem "OneCoin Exchange/Updates Official Channel" finden sich 13.638 Mitglieder, bei dem italienischen Oberbetrüger Luca Miatton (OneLife Exchange Europe Team) 7.328 Mitglieder. Dazu kommen die unterschiedlichen Facebook-Foren und geheime Kommunikationskanäle.

Das Geheimnis ist aktuell DealShaker. Ein Programm, bei dem wertlose OneCoins gegen Ramschware getauscht werden können. Wöchentlich finden "Basare" und andere Veranstaltungen statt, bei denen dann staunende OneCoin-Opfer ausgenommen werden. Ihnen wird vorgegaukelt, dass OneCoin bereits über DealShaker eine valide Bezahleinheit ist. So werden neue Opfer geködert, die den wertlosen Ausbildungs-Plunder kaufen.

Der Aufruf "Freiheit für Konstantin" ist auch der Versuch, ein legitimes Strafverfahren an den Rand der Illegalität zu schieben. Konstantin, der Retter alternativer Finanzlösungen, ist angeblich Opfer willkürlicher Staatsmacht, die das Konzept OneCoin/OneLife bekämpft, um etablierte Systeme zu schützen. Dieser Verfolgungswahn funktioniert. Tatsächlich kann er kaum etwas zu seiner Verteidigung beitragen.

Jeder, der sich in den vergangenen Jahren mit dem Betrugssystem OneCoin/OneLife auseinander gesetzt hat, weiß, dass Dummheit und Gier der Schlüssel sind. Je dümmer ein Versprechen, umso gieriger werfen sich die OneCoin-Jünger auf den Schwachsinn. Da verwundert es nicht, dass mehr als 100.000 Unterschriften gesammelt werden sollen. Über die Internetseite change.org haben bereits 16.998 Personen unterschrieben (Stand 21.10.2019, 6p.m. EST).

Angegeben werden neben den persönlichen Daten auch die E-Mail-Adresse. Diese Daten landen übrigens nicht nur bei den Ermittlungsbehörden. Die bulgarische Mafia, deren Mitglied Konstantin Ignatov ist, verkauft die Adressen dann meistbietend an Dritte weiter. Für den nächsten Kryptobeschiß. Jede Adresse ist mindestens 150 Euro wert.

Wir lange das System noch funktioniert? Heute steht fest, dass das Verfahren gegen Konstantin Ignatov erst im Herbst des kommenden Jahres zur Verhandlung kommt, wenn nicht doch noch ein "Deal" zwischen Angeklagten und Staatsanwaltschaft erzielt wird. Dem OneCoin-Boss droht eine Haftstrafe, die lebenslänglich lauten kann.

Daran wird auch keine Petition etwas ändern. Derartige Verfahren werden in den USA nicht in Strafprozesse eingebunden. Eine Petition auf Haftverschonung wäre nach Verbüssung von mindestens der Hälfte der ausgesprochenen Strafe nur durch den Gouverneur möglich.

Aber dann ist trotz der Milliardenschäden OneCoin/OneLife/DealShaker nur noch eine geschichtliche Fußnote.

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