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Autark

Hausverbot für Stefan Kühn und seine Autark-Bande

Investor Bechstedt: Das Theater am Marientor sollte für Geldwäsche genutzt werden

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Knolls Mandant Oliver Bechstedt, ein Leipziger Immobilienspekulant, sollte der rettende Engel sein, der 15 Millionen Euro auf den Tisch legt, um das Kühn-Desaster zu retten

Insolvenzverwalter Nikolaos Antoniadis machte kurzen Prozess: Autark-Boss Stefan Kühn, Professor Dr. Heinz-Christian Knoll und Kühns Tochter Laura Koschate wurden vor die Tür gesetzt. Und nicht nur das: Sie bekamen Hausverbot im Theater am Marientor. Ohne jemals Miete oder Nebenkosten zu zahlen hatte Kühn die Räumlichkeiten des Theaters für seine "Autark Entertainment Group AG" genutzt. Als "Ober-Mufti" des gesamten Autark-Betruges ist er verantwortlich für die Pleite der TaM Betriebsgesellschaft mbH. Insolvenzverwakter Antoniadis hatte schnell herausgefunden, wer die eigentlich Bösen in diesem Spiel sind.

· Stefan Kühn hat das Theater wie ein Faustpfand für seine Betrügereien benutzt. Mehr als 3.500 Anlegern, bei denen er mehr als 50 Millionen Euro Schulden hat, hatte er versprochen, dass das Theater das Herzstück für einen bevorstehenden Börsengang der Autark Entertainment Group AG sei. Auf einen Schlag, so das Ziel des Berufsverbrechers Stefan Kühn, alias Stefan Koschate, sollte aus den Verlusten ein Gewinn werden.

Über das Theater und weitere Häuser sollten Eigenproduktion neue Investoren und Geldgeber locken. Kühn hat für mehr als drei Millionen Euro das Rheim-Main-Theater gekauft - aber nie bezahlt. Kontinuierlich sollte der Wert der Aktie gesteigert werden. Kühn träumte von einem Aktienwert jenseits der 45 Euro-Grenze.

Das Problem: Die Börsenzulassung fehlt. Kühn hat seit Monaten Aktien verkauft, die er gar nicht verkaufen darf. Gegen ihn und die Autark Entertainment Group laufen Ermittlungen der Finanzaufsicht. Mehr als 3.500 Anleger warten weiter auf ihr Geld. Die Staatsanwaltschaft Dortmund bereitet unterdessen eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren der Geschichte gegen Stefan Kühn, seine Familie und Vertriebsmitarbeiter vor.

Kühn täuschte alle: Angebliche Investoren sollten Millionen geben. Aber es gab sie gar nicht. Die gesamte Produktion des Musicals "Wallace" war zu keinem Zeitpunkt wirtschaftlich gesichert. Um seine eigenen Taten zu verschleiern, stellte er Geschäftsführer und Mitarbeiter ein, die er dann für das Desaster verantwortlich machen konnte und inzwischen macht.

· Professor Dr. Heinz-Christian Knoll spielt eine Schlüsselrolle in dem Zusammenbruch des Autark-Imperiums. Es darf unterstellt werden, dass sowohl die Pleite bei der TaM Betriebsgesellschaft mbH, wie auch der bevorstehende Zusammenbruch der Autark Entertainment Group AG, von ihm minutiös geplant und vorgesehen war.

Knoll tanzt auf vielen Hochzeiten. Eigentlich weiß niemand so genau, welche Rolle der dubiose Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt spielt: Knoll-Mandanten schulden der Autark-Gruppe und seinen Anlegern zweistellige Millionensummen. Gleichzeitig hat er für die Autark einen angeblichen Börsengang vorbereitet und dafür ein Unternehmen genutzt, das mehr Leichen im Keller hat als der Duisburger Zentralfriedhof.

Knoll hat monatliche Zahlungen für unterschiedliche Mandanten an die TaM Betriebsgesellschaft geleistet und hat sich im Gegenzug das Theater am Marientor überschreiben lassen.

Knoll hat das Wertgutachten für den Börsengang der Autark Entertainment Group AG nicht nur willentlich und vorsätzlich gefälscht, er ist auch für die Pleite der TaM Betriebsgesellschaft mbH ursächlich verantwortlich. Über Monate hat er die tatsächliche finanzielle Situation der TaM Betriebsgesellschaft verschleiert und hat mögliche Investoren getäuscht. Die Hintergründe wird jetzt der Insolvenzverwalter herausfinden.

Knoll wollte die gesamte Autark-Gruppe kaufen und die Forderungen der Anleger mit Minimalbeträgen befriedigen.

Knolls Mandant Oliver Bechstedt, ein Leipziger Immobilienspekulant, sollte der rettende Engel sein, der 15 Millionen Euro auf den Tisch legt, um das Kühn-Desaster zu retten. Für Bechstedt ein Kleckerbetrag. Er steckt tief im Sachsensumpf. Neben dem Immobiliengeschäft soll Bechstedt eine zentrale Figur bei Prostitution, Geldwäsche, Menschenhandel sein. Das Theater, so Stefan Kühn vor Mitarbeitern und Geschäftspartnern, wäre eine gute Möglichkeit für Geldwäsche gewesen, die "Bechstedt bitter benötigt".

· Laura Koschate läuft unter dem öffentlichen Radar. Doch sie spielt eine entscheidende Rolle. Sie ist als Assistentin von Professor Knoll in alle Betrügereien, Hintergründe und Manipulationen eingeweiht. Zudem ist sie mit der albanischen Mafia-Familie Kameraj verbandelt, die für Stefan Kühn Geschäftspartner bedrohen, einschüchtern und zuschlagen.

Laura Koschate soll, wie andere Familienmitglieder, sechsstellige Beträge aus den Kassen des Theaters am Marientor gestohlen haben. Es wird berichtet, dass Teile der Gelder zwar an Stefan Kühn ausgehändigt wurden, jedoch Laura Koschate mindestens eine viertel Millionen Euro entwendet hat.

Laura Koschate ist von Professor Knoll und Oliver Bechstedt, so wird aus Leipzig berichtet, als "Nachfolgerin von Stefan Kühn" in der Autark-Gruppe vorgesehen, wenn dieser "final entsorgt" sei.

Das Verhältnis zwischen Stefan Kühn und seiner Tochter Laura Koschate gilt als "zerrüttet".

Nikolaos Antoniadis hat mit den ausgesprochenen Hausverboten nicht nur einen entscheidenden Schritt auch für die strafrechtliche Würdigung der Pleite getan, er hat sich die Möglichkeiten offen gehalten, das Theater zu sanieren und fortzuführen. Mitarbeiter und Ensemble von "Wallace" sollen über Insolvenzgelder zunächst wirtschaftlich gesichert sein.

In einer Rede vor der Belegschaft hat Antoniadis zugesagt, dass der Fortbestand des Theaters sichergestellt werden soll. Es bleibt die Hoffnung. Gegen eine Fortsetzung sprechen jedoch die aktuellen Fakten: Die verkauften Tickets für die geplanten 60 "Wallace"-Veranstaltungen sind mit rund 2.000 Karten zu wenig.

Um das Theater weiter betreiben zu können, werden Millionen benötigt. Banken winken ab. Investoren schrecken zurück und die Stadt Duisburg will das Theater ebenfalls nicht. Am Ende könnten sich die Hoffnungen des Insolvenzverwalters auf einen Fortbestand in Luft auflösen.

Doch auch dieses Szenario ist längst durchgespielt: Oliver Bechstedt hat bereits angekündigt, sich dann "in der Insolvenzmasse zu bedienen".

Viele Wege führen nach Rom. Oder nach Duisburg.

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