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Autark

Jörg Platen: Beim Theaterchef liegen die Nerven blank

"Was glaubst du, wer alles auf Dein Grab pisst..." - Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

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Im Eroscenter sollte "Wallace" gerettet werden

Jörg Platen und Michael Mohr vergnügten sich im Duisburger Erotikcenter "Eros26". Von Puff-Besitzer Ralf Pape wollten sie Millionen für "Wallace" - nach dem Spaß

Die Staatsanwaltschaft Duisburg muss sich jetzt erneut um Theaterchef Jörg Platen kümmern. Nach dem Chaos um das Musical "Wallace" liegen bei ihm die Nerven blank: In Hass- und Droh-E-Mails hat er vermeintliche Kritiker angegriffen. Autark-Boss Stefan Kühn ließ es geschehen: "Es ist doch sowieso egal".

Es war mitten in der Nacht, kurz nach drei: Bei Theaterchef Jörg Platen knallen die Sicherungen durch. Auf dem Firmen-E-Mail-Konto des Duisburger Theater am Marientor (tam-duisburg.de) schreibt Platen unter dem Betreff "Pisser": "Was glaubst du, wer alles auf dein Grab pisst? Scheiss Gefühl dann da unten zu liegen, als Urinalstätte der Nation". Dann folgen fünf Emojis, die beweisen sollen, welchen Spaß Jörg Platen an der Aktion hat.

Es gibt mehr E-Mails. Sie zeigen jedoch, wie sich der Mann, den im Theater keiner ernst nimmt, wirklich fühlt: leer, ausgesaugt, verloren, ohne Unterstützung. Ein Alkoholiker als williges Instrument eines gewissenlosen Berufsverbrechers, der weiß, dass seine Reise zu Ende ist.

Ein paar Kilometer entfernt vergnügt sich sein Chef, Autark-Boss Stefan Kühn, vor den Augen seiner Ehefrau mit seiner neuen Freundin. Es sind chaotische Stunden in der Geschäftsleitung des Theaters am Marientor.

Man war ausgezogen mit einer "Weltpremiere" des Musicals "Wallace" die Welt zu erobern. Inkompetenz, Überheblichkeit, Betrug und Täuschung sorgen jetzt für eines der größten Desaster der deutschen Musical-Geschichte: Es ist für immer auch mit den Namen Jörg Platen verbunden.

"Wallace" wird nicht auf die öffentliche Bühne kommen. Während Platen noch Aufträge in sechsstelliger Höhe vergab, stand bereits fest, dass niemand diese Rechnungen jemals bezahlen kann. Platen wird erklären müssen, was er wann wusste. Er wird Polizei und Staatsanwaltschaft Auskunft geben müssen, welche Rolle er bei diesem Betrug spielt, wen er deckt, für wen er den Kopf hinhalten muss.

Denn mit der ersten Auftragsvergabe durch die TaM-Betriebesgesellschaft begann der Wallace-Betrug: Das Unternehmen war pleite, Autark-Boss Stefan Kühn plagen Millionenforderungen und eine seriöse Finanzierung war nicht gesichert. Stellt sich heraus, dass zwar Investorenzusagen vorlagen, die Investoren aber nicht bezahlt haben, ist der Eingehungsbetrug erfüllt.

Jörg Platen versprach Millionen-Investitionen durch einen Duisburger Unternehmer und die Commerzbank. Um die Finanzierung sicherzustellen unternahm Platen zusammen mit Pressesprecher Michael Mohr sogar "Dienstreisen" ins Rotlicht-Milieu. Puff-Besitzer Ralf Pape, so Jörg Platen, "macht die Millionen schon locker".

Im Duisburger Eroscenter "Eros 26" scheiterten jedoch die Finanzierungsrunden. Während sich Platen und Mohr zunächst den sinnlichen Fleisches-Vergnügungen hingaben, winkte der Unternehmer Pape bei einem Glas "Nuttenbrause" nach getaner Arbeit ab: "In einen solchen Scheiß investiere ich nicht."

Karin Schönberger, Ehefrau von Jörg Platen, sollte über die Commerzbank die benötigten Millionen besorgen. Aber auch das hat nicht geklappt - vielleicht ist sie ihrem Ehemann auch auf die Schliche gekommen, als der sich aus dem Puff schlich.

Alles das hat nicht zur Verbesserung der Laune von Jörg Platen beigetragen. Zudem drücken ihn Strafermittlungen in einem Zwei-Millionen-Betrug, den er und Autark-Boss Stefan Kühn eingefädelt, aber ebenfalls nie bezahlt haben - auch hier wussten beide, dass gar kein Geld vorhanden ist.

In einem ordentlichen Unternehmen würde ein angestellter Geschäftsführer für derartige Methoden fristlos gefeuert. Und man würde prüfen, welcher Schadensersatz angemessen ist. Autark-Boss und Berufsverbrecher Stefan Kühn beantwortete Anfragen zu dem Verhalten seines Geschäftsführers nicht.

Das Chaos beim Musical "Wallace" hinter den Kulissen ist jetzt vor die Kulissen gekommen. Und niemand aus der Bande der Inkompetenz kann eine Lösung liefern. Das dürfte eine wirkliche Weltpremiere sein.

Ein halbes Dutzend E-Mails hat Geschäftsführer Jörg Platen vom E-Mail-Konto des Theater am Marientor versendet. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt jetzt auch in diesem Fall

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