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OneCoin

Konstantin Ignatov weint "wie ein kleines Mädchen"

Der Preis für ein paar Jahre weniger Knast: Die Liste aller OneCoin-Abzocker

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"Superman" Konstantin Ignatov, der sich gerne als knallharter Typ sieht, hat das Fliegen verloren. Er sitzt im Knast und wartet auf seine Überstellung nach New York. Bei seiner Anhörung habe er geweint "wie ein kleines Mädchen"

Es muss vor Gericht in Los Angeles ein Bild für die Götter gewesen sein: Der Kopf des international tätigen Betrugsnetzwerkes Konstantin Ignatov hat bei der kurzen Anhörung "geweint wie ein kleines Mädchen". Das berichtet ein Ermittler :gerlachreport. Ignatov wird vorgeworfen, hinter einem Betrug in einer Größenordnung von derzeit mehr als 2,5 Milliarden Dollar zu stecken. Ignatov war vor seiner Rückkehr nach Europa auf dem Flughafen von Los Angeles verhaftet worden. Der OneCoin-Boss kam aus Las Vegas, wo er führende OneCoin-Mitglieder aus den USA getroffen hatte.

In Zusammenarbeit mehrerer Ermittlungsagenturen hatte die Staatsanwaltschaft für den südlichen Distrikt von New York den mutmaßlich tödlichen Schlag gegen das Betrugssystem OneCoin/OneLife geführt. Die selbe Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen den derzeitigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump und seine Unternehmen.

Gegenüber :gerlachreport hieß es am Sonntag im Justizzentrum von New York, dass "selbstverständlich derzeit noch die Unschuldsvermutung auch im Fall OneCoin und Konstantin Ignatov gilt", jedoch sei die Beweislast "erdrückend".

Es geht nicht nur um Betrug, nicht nur um Geldwäsche und organisiertes Verbrechen in Milliardenhöhe, es geht den Ermittlern in New York auch um und insbesondere um den mehrfach angekündigten angeblichen Börsengang von OneCoin, der sich frühzeitig als Märchen herausgestellt hatte (:gerlachreport berichtete).

Die Staatsanwaltschaft und auch die Börsenaufsicht, die ebenfalls gegen OneCoin/OneLife ermittelt, ist in den USA besonders kritisch bei Kryptowährungen. Eine Arbeitsgruppe hatte erst vor wenigen tagen festgestellt, dass "die meisten Kryptowährungen nicht halten, was sie versprechen und dieses auch niemals werden."

:gerlachreport erfuhr, dass der OneCoin-Geldwäscher Mark S. Scott eine "zentrale Rolle bei der Aufklärung" spielt. Scott hatte insgesamt 480 Millionen Dollar an Dr. Ruja Ignatova überwiesen und die Gelder der Anleger über Tarnunternehmen vor dem Zugriff von Steuerbehörden und Ermittlern versteckt. Ihm droht lebenslängliche Haft.

Es gehört zum US-amerikanischen Rechtssystem, dass Kronzeugen drakonische Strafen dadurch reduzieren, dass sie mit den Ermittlungsbehörden eng zusammenarbeiten. Das ist offenbar auch hier passiert. Es wird nicht dementiert, dass Scott die entscheiden Hinweise zu Konstantin Ignatov gegeben haben könnte. Der Bruder von Ruja Ignatova hatte zudem "nach dem Verschwinden von Ignatova den Kontakt zu Scott übernommen und Geldtransfers organisiert."

Und: "Das gesamte OneCoin-System funktioniert wie ein internationales Firmen-Konglomerat, bei dem über hunderte Unternehmen und Konten die Gelder verschoben wurden. Ihre Spuren werden jetzt verfolgt und wir erfahren täglich neue Dinge, die den Vorwurf des Organisierten Verbrechens bestätigen", bestätigt ein Mitarbeiter gegenüber :gerlachreport in New York.

Offenbar kommt es noch viel dicker: In einem der Verhöre wurden Konstantin Ignatov Vergünstigungen im Strafmaß angeboten, wenn "er eine umfassende Liste aller Beteiligten" liefert. Ein verlockendes Angebot, dass derzeit wohl geprüft wird. Die US-amerikanischen Ermittler interessiert demnach seine enge Beziehung zur bulgarischen Mafia, die auch in den USA tätig ist. Ermittlungen laufen auch in diese Richtung.

In der Berichterstattung der vergangenen Tage hatten mehrere Nachrichtendienste und Medien über eine Maximalhaft von 20 Jahren für Konstantin Ignatov spekuliert. Tatsächlich stehen für Taten der OneCoin-Gangster maximal 20 Jahre in den Gesetzbüchern. Pro Tat. Konstantin Ignatov werden zahlreiche Verbrechen zur Last gelegt - lebenslänglich ist derzeit sicher.

Der harte Kerl Konstantin Ignatov, der keine Gelegenheit auslässt, sich als Superman mit dicken Muskeln zu zeigen, ist jedoch vor Gericht ein weinender Schwächling. Für seinen Verrat eher aus dem Knast zu kommen, ist für ihn "eine Option", heißt es. Derzeit gilt auch die Devise: "Niemand ist sicher."

 

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