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Mitarbeiter-Hilferuf: "Wir haben einfach nur Angst"

"Wir glauben nicht, dass es zur Premiere von Wallace kommen wird", sagen Mitarbeiter

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Stefan Kühn kann Rechnungen seit Monaten nicht mehr bezahlen · Gehälter seit Monaten offen

Wir sehen das kritisch, weil wir nicht glauben, das es überhaupt noch zur Premiere kommt. Bisher sind so wenige Karten verkauft, das wir nicht einmal einen Tag voll sind

Hiobsbotschaften aus dem "Theater am Marientor" und dem Musical "Wallace": Berufsverbrecher Stefan Kühn kann Mitarbeiter und Lieferanten nicht mehr bezahlen. Am 14. November sollte das Musical "Wallace" Weltpremiere feiern. Dazu wird es wohl nicht mehr kommen. :gerlachreport hatte frühzeitig gewarnt.

"Das Theater und Herr Kühn schulden vielen Menschen Geld. Wir warten seit Wochen auf unser Geld. Wir haben einfach nur Angst", heißt es in Schreiben an die Redaktion. "Stefan Kühn zeigt Drohmails und behauptet erpresst zu werden". Und: "Können Sie uns helfen?"

In einer E-Mail an die Redaktion heißt es: "Im Theater herrscht zur Zeit jede Menge Unruhe. Auf der einen Seite berichten Sie, auf der anderen Seite liegen Magazine aus, in denen Herr Kühn zum Regionalmanager ernannt wurde. Böse Zungen behaupten Herr Kühn habe diese Artikel nur gekauft."

Der Reihe nach: Der Berufsverbrecher Stefan Kühn, alias Stefan Koschate und seine Ehefrau sind Betrüger. Deshalb ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund. Beide haben mindestens 7.500 Anleger um mehr als 70 Millionen Euro betrogen. 3.500 Anleger wurden um 50 Millionen gebracht, am 19. September hat Stefan Kühn verkündet, weitere 4.000 Anleger geworben zu haben, die das Musical "Wallace" finanzieren sollen.

Millionenbeträge sind auch hier verschwunden. "Positive" Berichte sind durchweg gekauft.

Das Musical "Wallace" scheitert seit mehr als zehn Jahren auf allen Bühnen. Zunächst hieß es "Braveheart" und wurde von Wolfgang DeMarco, als er noch nicht mit Stefan Kühn zusammenarbeitete, überall wie Sauerbier angeboten. Es wurde überall abgelehnt. Weil der Titel international geschützt war, wurde aus "Braveheart" schließlich "Wallace". Die Weltpremiere war für Stefan Kühn von Anfang an nichts anderes als eine Marketingmethode, um neue Millionen von ahnungslosen Anlegern zu kassieren. Dieses Mal nicht mit Nachrangdarlehn, sondern mit Musical-Produktionen.

Stefan Kühn ist noch nie erpresst worden. Auch das ist eine seiner ständigen Lügen, um seine Betrügereien zu vertuschen. Er kann Erpressungen auch nicht beweisen. Angebliche Drohmails sind immer Fälschungen. Stefan Kühn kann Fälschen gut. Er ist ein Meister im Fälschen von allem, was seinen Betrügereien hilft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb auch gegen ihn: Kühn fälschte sogar Bankbelege und Überweisungsträger. Gezahlt hat er jedoch nie.

Diese Erfahrungen müssen offenbar auch die Mitarbeiter machen: "Fakt ist, dass wir im Theater seit Ende des letzten Monats bzw. Freelancer seit Juli auf unsere Zahlungen warten", heiß es weiter.

"Vor zwei Wochen stellte uns der Geschäftsführer Jörg Platen Sabine Kühn vor, die Ansprechpartner im Bereich Marketing sei. Frau Kühn trat sehr engagiert für Herr Kühn auf. Was uns sehr verwundert hat, denn im :gerlachreport wurde diese Frau anders beschrieben. Mittlerweile ist sie allerdings wieder weg, sie erklärte, das sie sich mit Herrn Kühn überworfen habe."

Richtig ist, dass Sabine Kühn als ehemalige Geschäftsführerin des "Theater am Marientor" fristlos gekündigt wurde, weil sie zu tief in die Kasse gegriffen hatte. Richtig ist aber auch, dass Sabine Kühn so viele Leichen im Keller hat, dass sie ihren Ehemann Stefan jederzeit erpressen kann.

Wie in diesem Fall: Weil Stefan Kühn dringend die von Autark-Anlegergeldern gekauften Immobilien benötigt, "durfte" Sabine wieder ins Theater. Denn Sabine ist die faktische Eigentümerin der Immobilien. Auch jener Immobilien, die die Staatsanwaltschaft Dortmund nicht beschlagnahmt hat.

Sabine durfte ins Theater, weil Stefan diese Immobilien dringend zu Geld machen muss. Als Sabine sicher weigerte, war sie wieder weg. Die Darstellungen im :gerlachreport sind korrekt. Es liegen mehr als 500 Seiten Korrespondenz von Sabine Kühn aus den letzten Jahren mit der Redaktion vor.

Der Hammer: "Unsere Medienpartner und Agenturen können nicht weiter arbeiten, weil sie nicht bezahlt werden. Aus diesem Grund haben wir kaum Tickets verkauft. Mittlerweile spricht man schon von Einlassungsbetrug und Insolvenzverschleppung. Herr Platen lässt sich stellenweise am Telefon verleugnen, erscheint immer verspätet und manchmal alkoholisiert."

Lob für den :gerlachreport: "Die einzigen die bezahlt wurden, waren die Künstler. Das lag bestimmt an den Berichten im Gerlachreport."

"Wir sind sehr verunsichert. Uns wird nun gesagt, der Investor ist abgesprungen", heißt es weiter. Das ist das Lieblingsargument des Berufsverbrechers Stefan Kühn. Immer wenn er nicht zahlen kann, ist angeblich ein Investor abgesprungen. Diese Rolle musste sogar der alkoholisierte Jörg Platen schon spielen, als es um eine angebliche Investition in Höhe von 750.000 Euro ging. Das Geld wurde nie gezahlt.

Neu ist die Nachricht, dass Kühns Tochter Laura Koschate jetzt auch im Theater eine Rolle spielt. Gegen sie ermittelt ebenfalls die Staatsanwaltschaft Dortmund. Laura Koschate hat zusammen mit ihrem Vater die Bücher und Zahlen frisiert, die dann zu gefälschten Wertgutachten führten. Erstellt von jenem sagenumworbenen Professor Dr. Heinz-Christian Knoll, der seit Tagen ebenfalls im Theater gesichtet wird.

Knoll hat nicht nur ein gefälschtes Gutachten bei Gericht eingereicht, er hat auch den Antrag für die Zulassung der Autark-Aktie gestellt. Mit dem gefälschten Gutachten wurden auch neue Autark-Anleger eingeworben - einem Professor, und sei er auch noch so korrupt, glaubt man halt alles.

Das alles sind weitere Puzzleteile im großen Autark Betrug, der längst zu einem landesweiten Skandal ausgeweitet ist, weil Polizei und Staatsanwaltschaft dem betrügerischen Treiben kein Ende bereiten. Knoll wollte übrigens noch vor wenigen Wochen die Autark Entertainment Group AG für zehn Millionen Euro kaufen. Hatte aber kein Geld, wie Kühn die Geschichte verbreitet.

Auch das sind bittere Wahrheiten: Lügenbaron Michael Mohr, der minderbemittelte, unfähige PR-Fuzzi von Stefan Kühn, gegen den ebenfalls Strafanzeigen laufen, sucht derweil nach Prominenten, die für das Chaos "Wallace" die Werbetrommel rühren. Aber wer will schon für Ganoven Werbung machen?

O-Ton einer E-Mail an den :gerlachreport: "Wir sehen das kritisch, weil wir nicht glauben, das es überhaupt noch zur Premiere kommt. Bisher sind so wenige Karten verkauft, das wir nicht einmal einen Tag voll sind. Frau Kühn versuchte noch über eventim etwas zu bewirken. Da sollen wir im Newsletter stehen und dort sind die Veranstaltungen auch angelegt. Aber das wird uns doch auch nicht retten."

Nichts anderes hat der :gerlachreport seit Wochen berichtet. Wohl auch, weil alle Pläne des Berufsverbrechers Stefan Kühn seit Monaten bis ins Detail bekannt waren: Kühn hatte das Betrugskonzept "Wallace" selbst schriftlich festgelegt.

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