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Theater am Marientor

Musical "Wallace": Auch Tourismus-Bosse getäuscht

Unfassbar: Wie lange dürfen die Ganoven noch das falsche Spiel aufführen?

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Tourismuschef Kai U. Homann (links) und Duisburg Kontor-Geschäftsführer Uwe Kluge (mi.) sprachen auf der ITB mit dem Leiter des Theaters am Marientor, Wolfgang DeMarco, über die mit Spannung erwartete Weltpremiere des Musicals 'Wallace'

Für Tourismuschef Kai ist die Ankündigung einer "Weltpremiere" in Duisburg Anlass zur Freude. Die Stadt und ihre mehr als 490.000 Einwohner können gute Nachrichten gebrauchen. Fatal, wenn sie einem berufsmässigen Betrüger aufsitzen. Wie im Fall des Musicals "Wallace" im "Theater am Marientor". Dabei gab es Warnungen und Hinweise genug. Und die interne Dienstanweisung der Stadt: "Mit dem Herren Stefan Kühn ist eine Zusammenarbeit ausgeschlossen."

Beim Duisburg Kontor, eigene Gesellschaft des Duisburger Tourismus, hat sich diese Warnung vor dem Berufsverbrecher Stefan Kosachate, alias Stefan Kühn, jedoch noch nicht herumgesprochen. Auch die Tatsache, dass die der Stadt verbundene Stadtsparkasse sämtliche Konten dichtgemacht hat, ist unbekannt. Ganz zu schweigen von den Schulden und nicht gezahlten Lasten, die Stefan Kühn zu verantworten hat.

Geschäftsführer Bram ten Hove, der einzige mit einer nahezu sauberen Weste, deckt derzeit einen Betrug, der in dieser Form einzigartig in Deutschland - für Berufsverbrecher Stefan Koschate jedoch wirtschaftlicher Alltag ist. Koschate/Kühn ist Vorstand der Autark Entertainment Group AG. Und die st eckt hinter dem "Theater am Marientor". Weil Koschate/Kühn das Theater inzwischen so oft zwischen seinen Firmen hin- und her geschoben hat, um Zwangsvollstreckungen zu vermeiden, ist jetzt nicht ganz klar, wem das Theater gehört.

Das ist aber wichtig, denn Koschate/Kühn hat einen Plan: Mehr als 3.500 Autark-Anleger, um mehr als 70 Millionen Euro geprellt, sollen ihre Forderungen gegen Aktien der Autark Entertainment Group eintauschen. Mit der "Weltpremiere" des Musical "Wallace" und einem Werbefeldzug für Tickets sollen die leeren Kassen gefüllt werden.

Im November, so der Plan, ist dann die "Weltpremiere" eines Stückes, das als unbespielbar gilt. Bis vor wenige Wochen hieß das Stück noch "Braveheart" und war in den vergangenen Jahren bei Agenturen, Veranstaltern und Produzenten ein "No-Go". Auf deutsch: Nie war Musical schlechter. Für Koschate/Kühn kein Problem: Er selbst nennt das Thema "Betrug" - entsprechende Bericht des :gerlachreport hat er in internen Mitteilungen bestätigt.

Bis heute gibt es keine Darsteller, keine Musiker, kein Bühnenbild. Es gibt nicht einmal Geld, um die rund acht Millionen Euro Produktionskosten zu decken. Der kreative Leiter des Theaters, Wolfgang DeMarco, ist ein verurteilter Betrüger, der bereits in der Vergangenheit wegen leerer Versprechen, damals noch unter dem Namen "Braveheart" vor dem Kadi landete, weil er Investoren betrog.

Genau diese Masche wenden DeMarco und Koschate/Kühn jetzt wieder an: "Wallace" wird als todsichere Anlage privaten und institutionellen Anlegern versprochen, der bereits für neun Mandate ausgelegte Spielplan ist nichts als eine geschickte Täuschung. Auch der Hinweis, dass die Produktion dann in anderen Theatern aufgeführt werden könnte - alles Lüge.

Auf der Strecke bleiben die Musical-Fans, die Freunde von Duisburg und alle, die die Stadt nicht erst seit "Schimanski" lieben. Duisburg kann jede gute Nachricht gebrauchen. In Sachen Armutsgefährdung in deutschen Großstädten an dritter Stelle hinter Leipzig und Dortmund. Über 30.000 Menschen sind ohne Job. Knapp jeder vierte Duisburger ist von Armut bedroht. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 873 Euro pro Monat zur Verfügung hat.

Tourismuschef Kai Homann und Duisburg Kontor-Geschäftsführer Uwe Kluge trafen sich denn auch auf der Internationalen Tourismus Börse in Berlin mit dem Betrüger Wolfgang DeMarco. Dort stellte er sich den beiden als "Leiter des Theaters" vor. Was immer das heißen mag: DeMarco ist Teil eines gewerbsmässigen Betruges. Und erneut ein Fall für den Staatsanwalt.

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