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Banken

Nur 60 Prozent der deutschen vertrauen dem Berater

Eine Alternative können Finanzanlagenberater sein, die auf Honorarbasis arbeiten

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Spätestens seit der Finanzkrise vor zehn Jahren ist bekannt, dass Bankberater nicht immer die Produkte empfehlen, die für die Kunden am besten sind, sondern jene, die den Beratern eine hohe Provision bescheren

Die Deutschen und ihre Banken stecken in einer komplizierten Beziehung. 72 Prozent haben relativ großes Vertrauen in ihre Hausbank. Ihrem Berater für Geldanlagen vertrauen sie dagegen schon deutlich seltener (60 Prozent). Wenn sie ausführliche Informationen zu Bankprodukten wünschen, suchen 77 Prozent die persönliche Beratung in der Filiale.

Das sind Ergebnisse der Postbank-Studie „Der digitale Deutsche“, die heute veröffentlicht wird und für die mehr als 3.000 Bürger ab 18 Jahren befragt wurden. Sie zeigt aber auch: Langsam verliert die Beratung in der Filiale an Bedeutung, denn 2015 setzten noch 88 Prozent der Befragten darauf.

Dass Bankberatung überhaupt noch einen derart hohen Stellenwert genießt, ist überraschend. Spätestens seit der Finanzkrise vor zehn Jahren ist bekannt, dass Bankberater nicht immer die Produkte empfehlen, die für die Kunden am besten sind, sondern jene, die den Beratern eine hohe Provision bescheren.

Zum traurigen Paradebeispiel wurden Tausende Anleger, die nach Empfehlung ihrer Berater mit hochriskanten Zertifikaten der US-Bank Lehman Brothers Milliarden verloren haben. Das Problem ist trotz neuer gesetzlicher Regeln bis heute nicht gelöst: In Banken werden immer noch in erster Linie Verkaufsgespräche statt Beratungsgespräche geführt.

Eine Alternative können Finanzanlagenberater sein, die auf Honorarbasis arbeiten. Davon gibt es dem DIHK zufolge aber deutschlandweit nur 185.

Zusätzlich informieren sich viele Deutsche (68 Prozent) laut Postbank-Studie über die Internetseite ihrer Hausbank. Nahezu ebenso viele sprechen mit ihrer Familie, Freunden oder Bekannten. Finanzdienstleistungen sind Vertrauensgüter, die Qualität lässt sich für Verbraucher nicht einmal nach Kauf des Produkts beurteilen. Umso wichtiger ist für viele Menschen der persönliche Kontakt.

Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass bislang nur vier Prozent der Deutschen Robo-Advisors nutzen. Bei diesen digitalen Vermögensverwaltern klicken sich die Kunden per Internet durch einen Fragenkatalog und erhalten dann einen Vorschlag für eine Vermögensanlage.

Als Hauptargumente dagegen nennen die Befragten mangelndes Vertrauen in Maschinen und das Fehlen eines menschlichen Anlageberaters. Aber: Ob das Geld im Interesse des Verbrauchers bedarfsgerecht angelegt wird, sieht man einer automatisierten Vermögensverwaltung genauso wenig an wie einem Bankberater, der ebenfalls Software nutzt, die geeignete Produkte vorschlagen soll. Erforderlich ist deshalb ein strikter aufsichtsrechtlicher Zulassungs- und Überwachungsprozess für die Algorithmen der Robo-Advisors.

Immerhin sind die Deutschen keine grundsätzlichen Digitalmuffel. Bankgeschäfte wie Überweisungen und Kontostandsabfragen erledigen laut einer Umfrage der Creditplus Bank rund drei Viertel der Bürger lieber online.

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