Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

OneCoin

OneCoin-Skandal bei Ex-Präsident Bush angekommen

Es ging um eine OneCoin-Geldwäsche in Höhe von 60 Millionen US-Dollar

Zurück

Präsidentensohn Neil Bush soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft in den OneCoin-Verfahren aussagen

Neil Bush (Foto), Bruder des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und Sohn des verstorbenen Präsidenten George H.W. Bush, steckt tief im OneCoin-Skandal. Er soll jetzt in New York im Zuge der OneCoin-Ermittlungen vernommen werden. Es könnte eng werden für den Präsidenten Bruder und Sohn.

Im Zuge des Verfahrens vor einem New Yorker Gericht sind weitere Details bekannt geworden: Neil Bush hat sich demnach mit der als Cryptoqueen bekannt gewordenen Betrügerin Ruja Ignatova getroffen und hat von ihr 300.000 US-Dollar in bar erhalten. Angeblich sollte der Bruder des ehemaligen US-Präsidenten bei einer OneCoin-Veranstaltung Werbung für den Milliarden-Betrug machen.

Der Geldwäscher des Betrugssystems, Mark Scott, steht derzeit vor einem New Yorker Gericht. Er muss das Verschwinden von mehr als 400 Millionen US-Dollar erklären. Durch die Aussagen und Mithilfe von Ignatovas Bruder Konstantin sind jetzt Unterlagen aufgetaucht, die den Schluss zulassen, dass der Bush-Sprößling auch in einem Millionenbetrug verwickelt sein könnte.

Neil Bush ist in den USA ein anerkannter Investor. Sein Name und seine Verbindungen zur Republikanischen Partei öffnen viele Türen. Und es gibt haufenweise gut bezahlte Vorstandsposten.

Der Fall von Neil Bush und seine möglichen Verstrickungen stellen den von Donald Trump hochgepushten Fall von Hunter Biden in der Ukraine weit in den Schatten. Trump und seine republikanischen Helfer versuchen seit Monaten den Sohn des demokratischen Ex-Vizepräsidenten Joe Biden in den Schmutz zu ziehen. Es geht um einen Vorstandsposten von Hunter Biden bei dem ukrainischen Energieunternehmen Burisma. Ihm konnte kein Fehlverhalten nachgewiesen werden.

Anders Neil Bush: Der Sprössling aus der Präsidenten-Dynastie bekam Besuch vom FBI. Als Vorstandsmitglied des chinesischen Energieministeriums Hoifu Energy, soll Neil Bush an einem Betrug in Höhe von 60 Millionen US-Dollar beteiligt sein. Neil Bush streitet das ab.

Das Unternehmen Hoifu Energy gehört dem chinesischen Geschäftsmann Dr. Hui Chi Ming. Aus den Unterlagen ergibt sich, dass das Unternehmen einen Kredit in Höhe von 60 Millionen US-Dollar aufgenommen hat. Das Geld wurde, stimmen die Unterlagen, in bar von OneCoin bezahlt. Ermittler gehen davon aus, dass auf diesem Wege OneCoin-Gelder gewaschen werden sollten oder gewaschen wurden.

Das geht so: Das chinesische Unternehmen nimmt einen Kredit auf. Alle Unterlagen werden entsprechend sauber ausgeführt. Das Unternehmen bekommt das Geld in bar. Der Kreditgeber wird verschleiert und tritt seine Forderung ab. Hoifu Energy zahlt das Geld gewaschen zurück. Empfängerin: Die wie vom Erdboden verschwundene Ruja Ignatova.

Neil Bush sollte jetzt vor Gericht über diesen Vorgang aussagen. Derzeit sind alle emsig bemüht, den Vorgang "unter den Teppich zu kehren". Während US-amerikanische Ermittler eine Straftat vermuten, winken die Verteidiger ab: "Das hat alles mit Betrug nichts zu tun."

Unbestritten ist jedoch, dass bei einem Treffen mit Ruja Ignatova und Dr. Hui in Hongkong Neil Bush 300.000 Dollar Honorar kassiert hat. Hierfür sollte "er an einem Treffen teilnehmen". Bei diesem Stundensatz ist jedoch noch ungeklärt, ob Bush an dem Treffen tatsächlich teilgenommen hat. Vermutet wird vielmehr, dass er den Deal mit OneCoin "durchgewunken hat".

Mehr noch als das: Gerichtsunterlagen belegen, dass Neil Bush als Investor auch in einen Handel mit Öl-Feldern "verwickelt sein soll". Ruja Ignatova hat nach Erkenntnissen des Gerichts massiv in Ölfelder investiert - ein perfekter Weg, hohe Geldbeträge verschwinden zu lassen.

Bei den Vernehmungen hat Neil Bush ausgesagt, dass Dr. Hui Chi Ming und Hoifu Energy aus dem Geschäft mit Ruja Ignatova "eine hohe Anzahl" Kryptowährung erhalten habe. Ruja Ignatova habe zudem wertlose OneCoins vorgelegt, um den chinesischen Geschäftsmann zu betrügen. Der sollte nämlich die wertlosen OneCoins unter das Volk bringen - 10 Prozent des Ertrages sollte der Präsidentensohn einstecken.

Der Handel kam am Ende nicht zustande.

David Gerger, Anwalt von Neil Bush, bestätigte die Teilnahme seines Mandanten an dem Treffen mit Ruja Ignatova. Bush habe aber als Investor teilgenommen. Er sei kein Vorstandsmitglied von Hoifu Energy und er habe auch nichts mit Mark Scott und seiner Geldwäsche zu tun.

Neil Bush habe auch keine Geschäfte mit OneCoin gemacht. Nichts anderes habe der Präsidentensohn auch dem FBI mitgeteilt. Eine Zeugenvernahme vor Gericht "ist deshalb nicht mehr nötig". Im Fall von Mark Scott schloss sich das Gericht dieser Auffassung an. Neil Bush muss nicht aussagen.

Noch nicht. Aber es wird noch weitere OneCoin-Verfahren geben.

 

Die Bush Familie feiert den Geburtstag des ehemaligen Präsidenten und seiner First Lady George und Barbara Bush am 10. Juni 1999 in Houston. Sitzend, from links nach rechts: Neil Bush, Texas Gouverneur (und späterer Präsident) George W. Bush, Ex-Präsident George Bush, der ehemalige Gouverneur von Florida Jeb Bush, Marvin Bush und Dorothy Koch. Stehend von links nach recht: Sharon Bush, Laura Bush, First Lady Barbara Bush, Columba Bush, Margaret Bush und Bobby Koch

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.