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Autark

Polizei ermittelt: Wie gefährlich ist Jörg Platen?

"Irgendwann. Und dann stehe ich hinter dir. Du glaubst es nicht, aber dann bin ich da."

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Das waren noch Zeiten, als Karin Schönberger ihren Mann Jörg Platen küsste. Als sie keine Millionen für "Wallace" brachte, verdrückte sich ihr Mann ins Freudenhaus - auf der Suche nach Investoren. Auch das ist Einsatz

Die Luft wird dünn für Jörg Platen. Gegen den Chef des Theater am Marientor wird wegen Betrugs ermittelt. Ihn drücken Millionenschulden. Seine Versprechen konnte er nicht halten. Das Musical "Wallace" wird zunächst verschoben. Platen konnte weder Investoren bringen, noch den "garantierten Kredit" der Commerzbank.

Was bleibt: Jörg Platen ist ein Dummschwätzer, der offenbar auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. In mehreren Verfahren ermittelt die Kripo Duisburg und die Kripo Köln gegen den Theatermann, der sich sogar in das Goldene Buch der Stadt Duisburg eintragen durfte, als noch alle daran glaubten, bei dem Musical "Wallace" handelt es sich um das Geschäft von Ehrenmännern.

Damit ist es längst vorbei. Platen hat für hunderttausende Euro Leistungen und Waren bestellt, obwohl er wusste, dass die Rechnungen nie bezahlt werden können. Er gab sogar dann noch Geld aus, als sein Chef Stefan Kühn schriftlich bestätigte: "Ich bin pleite."

:gerlachreport hatte umfassend über die kriminellen Methoden und das Chaos im Theater am Marientor berichtet.

Am Wochenende wurde dann bekannt, dass Platen eine "Duisburger Größe" mit einem sechsstelligen Auftrag ausgestattet hatte, um über so Investoren zu gewinnen. Als die abwinkten, blieb die Größe (Name der Redaktion bekannt) auf seinen Rechnungen sitzen. Der sagt: "Ich gebe Platen noch Zeit bis zum Wochenende, um seine Rechnungen zu bezahlen. Ich denke nicht, dass er es sich leisten kann, mich zu bescheissen."

:gerlachreport hatte aufgedeckt, wie das System aus Betrug, Lügen und Inkompetenz rund um das Musical "Wallace" zusammenbrach. Als längst feststand, dass es kein Geld für die mehr als 10-Millionen-Euro teure Produktion gibt (und gab) erfanden Autark-Boss Stefan Kühn, Jörg Platen und "Pressesprecher" Michael Platen die Märchen einer angeblichen "Erpressung".

Mohr und Platen sollen sogar E-Mails gefälscht haben, um diese Lügen "zu beweisen". Das Schlimme: Man traut ihnen das sogar zu.

Mitarbeiter und freie Künstler wurden mit Märchen aus der Duisburger Platenwelt bei Laune gehalten: Er würde über seine Ehefrau Karin Schönberger die Millionen beschaffen. Schönberger, angeblich eine "Führungsperson" bei der Commerzbank, habe "alles in die Wege geleitet, damit Wallace aufgeführt werden kann".

Doch als weder die Commerzbank den Deal bestätigte, noch die vermeintlichen Investoren die Millionen bereitstellte, wurde das Märchen über die angebliche, von Kühn inszenierte "Absage" erfunden. Investoren seien abgeschreckt, fabulierten Platen und Mohr. Geholfen hat es nicht.

Berufsverbrecher Stefan Kühn, der Platen als "Grüßgott-August" im Theater platzierte, wurde immer dünnhäutiger, wenn es um den "Dummschätzer" ging: "Paten ist Alkoholiker", schrieb Kühn, "unbrauchbar. Eine Flasche. Aber ich habe keinen anderen."

Dieses Personalmanagement spricht für Kenntnis und Qualität. Und es zeigt, wie desolat das Theater am Marientor geführt wird. Es beweist, dass das Ende längst da ist.

Als Jörg Platen in E-Mails seine Hasstiraden losließ und schrieb "Was glaubst du, wer auf dein Grab pisst..." ließ Kühn das geschehen. In jedem seriösen Unternehmen wäre Platen dafür gefeuert worden. Bei Berufsversprecher Stefan Kühn ist das Standard. Vielleicht sogar ein Muß.

Und so ist auch die nächste Episode des Theaterchefs Jörg Platen einzuordnen: "Was ist los Pussy?", schrieb er in einer SMS, "Gehts dir nicht gut? Ich langweile mich ohne deine Geschichten". Und dann: "Mein Gott, ich könnte ja fast für dich schreiben, wenn ich nicht immer voll wäre".

Es folgt Telefonterror und eine Nachricht, die an Deutlichkeit nichts offen lässt:

"Pass mal auf, du Stricher. Du weisst gar nicht, mit wem du dich angelegt hast. Wir reden noch miteinander. Irgendwann. Und dann stehe ich hinter dir. Du glaubst es nicht, aber dann bin ich da. Du weißt gar nicht, mit wem du dich angelegt hast. Du kennst einen Scheiß aus meiner Vergangenheit. Du kennst mich gar nicht."

 

Die Redaktion stellt die Tonbandaufnahme gerne zur Verfügung. Anfragen richten Sie bitte an redaktion@gerlachreport.com

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