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Autark

Riesen-Betrug: Autark-Aktie ist nur 0,00125 Euro wert

Neue Fakten und Hintergründe über das kriminelle Netzwerk des Ganoven Stefan Kühn

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Es liest sich wie das "Who is who" der deutschen Abzockerbranche. Bernhard Faber und Prof. Dr. Heinz-Christian Knoll sind für den neuen Autark-Betrug des Berufsverbrechers Stefan Kühn mit verantwortlich.

Jede Autark-Aktie ist weniger als einen Cent wert. Exakt: 0,00125 Euro. Das ergibt sich aus Unterlagen, die :gerlachreport vorliegen. Den Wert der Aktie hat der dubiose Bernhard Faber ermittelt. Er ist die rechte Hand von Professor Dr. Heinz-Christian Knoll, der Mann, der für Stefan Kühn den neuen Autark-Betrug orchestriert.

Langsam wird es undurchsichtig im Autark-Skandal. Zeit für eine Bestandsaufnahme:

Berufsverbrecher Stefan Kühn und seine nicht minder kriminelle Ehefrau Sabine haben jahrelang zusammen mit ihrem Vertriebsteam aus gescheiterten Persönlichkeiten für die Autark-Gruppe Nachrangdarlehn eingesammelt. Auch wenn die Staatsanwaltschaft Dortmund und Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll immer noch das gesamte Ausmaß des Schadens ermitteln: Mindestens 3.500 Anleger wurden um mindestens mehr als 50 Millionen Euro betrogen.

Offiziell wurden die Gelder "angelegt". Oder fehlinvestiert. Oder von Stefan und Sabine Kühn für eigene Annehmlichkeiten verwendet. Oder sie verschwanden im Nirgendwo oder bei Sabine Kühn in Autoreifen - der :gerlachreport hat hier umfassend berichtet.

Am Ende sind die Nachrangdarlehn zumindest buchhalterisch in der Autark Invest AG in Liechtenstein gelandet. Die Firma ist längst pleite, die Staatsanwaltschaft in Vaduz ermittelt wegen Millionenbetrugs gegen Stefan Kühn & Co.

Das "Theater am Marientor" in Duisburg gehörte dann irgendwie auch zur Autark-Masse, nachdem das Theater dutzendfach verschoben wurde, damit die Anleger nicht pfänden konnten. Heute wird die "Weltpremiere" des Musicals "Wallace" vorbereitet. Schon jetzt steht fest, dass es ein Millionen-Fiasko werden wird. Ob es überhaupt zu einer Aufführung kommen wird, steht in den Sternen.

Es gab in den vergangenen Jahren dann zahlreiche Versuche, die geprellten Autark-Anleger mit immer neuen Versprechen bei Laune zu halten. Jüngste Lösung: 3.500 Autark-Anleger bekommen Aktien der Autark Entertainment Group AG.

Hierfür musste der dubiose Wirtschaftsprofessor Knoll ran: In einem "Wertgutachten" ermittelte er nicht nur einen Unternehmenswert für die Autark Entertainment Group AG, der jenseits der Realität liegt, es wurde auch ein Fantasie-Aktienwert von 5,50 Euro festgestellt.

Mit fatalen Folgen für die Autark-Anleger: Damit wurde die Zahlungsverpflichtung gegenüber den Anlegern auf 9.090.909 Aktien festgeschrieben, wenn man unterstellt, dass Schulden in Höhe von 50 Millionen Euro existieren.

Diese Aktien gehören also, so die offizielle Lesart des Berufsverbrechers Stefan Kühn, den Autark-Anlegern. Also standen zumindest rechnerisch noch etwas mehr als 2,9 Millionen Aktien zur Verfügung, die für "frisches Geld" benötigt werden. Nomineller Wert laut Gutachten: 16 Millionen Euro. Damit sollen neuen Investoren und Anleger angeworben werden.

Alles wäre prima, zumindest auf dem Papier, wäre jetzt nicht die Wahrheit ans Tageslicht gekommen. Sie wirft auch die Frage auf, in welchem kriminellen Umfeld sich die Autark überhaupt bewegt. Und: Welche Betrugs-Kanaillen und Kriminelle neben Professor Knoll, Bernhard Faber und Stefan Kühn noch im Hintergrund die Fäden ziehen.

Die Strukturen des deutschen Kapitalgrau- und Schwarzmarktes sind eindeutig (siehe Foto oben).

Das Gutachten des windigen Professors wurde am 30. April fertiggestellt und in einem grandiosen Täuschungsmanöver bei Gericht eingereicht und bewilligt. Knoll hatte testiert: "Unsere Arbeiten haben wir, mit Unterbrechung, von Februar 2019 - April 2019 in unseren Geschäftsräumen in Leipzig durchgeführt".

Es mutet wie ein Wunder an, was zwischen dem 14. Februar und der Fertigstellung des Gutachtens passiert sein muss: In einer geheimen "Ergänzungsvereinbarung zum Aktienkaufvertrag zwischen Four Gates AG (Vorstand: Bernhard Faber) und Findor Derivest GmbH (Geschäftsführer: Bernhard Faber) und der Autark Entertainment Group AG (Vorstand: Stefan Kühn)" wurden 2.000.000 Millionen Aktien durch einen "Kauf- und Übertragungsvertrag" von Stefan Kühn erworben.

Diese Aktien stellen das Grundkapital der CoActora AG, Bautzen dar, die später in die Autark Entertainment Group AG mutierte.

Der verstorbene Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl hat einmal treffend festgestellt: "Entscheidend ist, was hinten raus kommt". Recht hatte er: "Der Kaufpreis für die oben näher bezeichneten Aktien beträgt 2.500 EUR. Er ist mit Abschluss dieses Vertrages fällig und sofort zahlbar."

Damit liegt der Wert der Autark-Aktie tatsächlich bei 0,00125 Euro - zehn Aktien kosten also einen Cent. Nimmt man diesen Wert, dann bleiben aus 50 Millionen Forderungen der Autark-Anleger 11.363,66 Euro übrig.

Damit wird das gesamte Ausmaß des Autark-Betruges sichtbar. Denn auch die neuen Investoren und Anleger bekommen Aktien für angeblich 16 Millionen Euro. Tatsächlich sind die Papiere aber nur 3.625 Euro wert.

Wie mit diesen Aktien das laufende Geschäft, eine Weltpremiere und 50 Millionen Euro Verbindlichkeiten bezahlt werden sollen, bleibt ein Rätsel.

Bernhard Faber wird aber zusammen mit Professor Knoll und dem Berufsverbrecher Stefan Kühn eine neue Lösung finden: Es ist nicht die erste Millionenpleite in dem kriminellen Netzwerk.

Weder Heinz-Christian Knoll, noch Bernhard Faber, noch Stefan Kühn haben auf Anfragen der Redaktion reagiert.

Faul ist Bernhard Faber nicht

Ein Ausschnitt über die Aktivitäten des Bernhard Faber: Jede der Unternehmung ist auch direkt oder indirekt mit Professor Knoll verbunden. Es sind Unternehmen dabei, die Millionenpleiten hingelegt haben

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