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OneCoin

Ruja Ignatova: Wer wäscht mal eben 50 Millionen?

Die erste Verurteilung: Geldwäscher Mark Scott drohen bis zu 100 Jahre Knast

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Mark Scott mit seiner Ehefrau. Dem Anwalt aus Florida drohen bis zu 100 Jahre Gefängnis, wenn er schuldig gesprochen wird. Die Jury hat mit ihren Beratungen begonnen

Der OneCoin-Betrug ist so monströs, dass Details (fast) nicht auffallen. Bei dem Prozess in New York kam jetzt heraus, dass Ruja Ignatova (Foto) Hilfe benötigte: Es ging um mehr als 50 Millionen Dollar. Die mussten gewaschen werden.

Am heutigen Donnerstag (21. November) beginnt die Jury im Fall des OneCoin-Geldwäschers Mark Scott mit ihren Beratungen. Schuldig oder nicht schuldig ist die Frage. Über die tatsächliche Höhe des Strafmaßes wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Der Anwalt von Scott, David Marvin, hatte in einer verzweifelten Aktion noch in dieser Woche versucht, den vorsitzenden Richter in New York zu überzeugen, die Jury möge, bestimmte Fakten und Unterlagen "nicht zu bewerten".

Dabei ist der Fall Mark Scott klar: Im Namen und mit Auftrag der "Krypto-Queen" Ruja Ignatova hatte Scott über Jahre mehr als 400 Millionen US-Dollar verschoben. Doch das ist noch nicht alles: Durch die Mithilfe von Konstantin Ignatov, der ausgepackt hatte, wurden die Methoden von Ruja Ignatova komplett aufgedeckt.

Nach Einschätzung der Ermittler in den USA ist ein Schaden von mehr als vier Milliarden Dollar entstanden. Berechnungen in den einzelnen "Märkten" des Betrugsunternehmens haben aber ergeben, dass diese Summe bis zu viermal höher liegen kann.

Bis heute werden beispielsweise in Deutschland, Österreich und Italien Veranstaltungen durchgeführt, die nur ein Ziel haben: Abzocken. In Italien laufen die Vorbereitungen des OneCoin-Betrugssystems Dealshaker. Das angebliche Waren- und Dienstleistungsgeschäft ist jedoch nur eine neue Form des OneCoin/OneLife-Betruges.

Aus den Gerichtsunterlagen in New York hat sich ergeben, dass die untergetauchte Ruja Ignatova händeringend Geldwäscher benötigte. Mark Scott hat demnach "rund 20 Prozent" Provision für die Geldwäsche von 50 Millionen Dollar erhalten.

Und dieser Vorgang ist kein Einzelfall. Ignatova hat unterschiedliche Systeme entwickelt, um die OneCoin-Gelder verschwinden zu lassen. Dabei wurden zweistellige Millionenbeträge "wie Kleingeld" behandelt, als Anleger aus aller Welt noch an einen Börsengang glaubten und die Hoffnungen auf das große Geld frisch waren.

Fest steht heute, dass Ruja Ignatova und ihr engster Zirkel neben Investitionen in Unternehmen auch in Öl- und Goldminen investiert haben. Weltweit können aktuell mehr als 500 Unternehmen dem Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife zugeordnet werden. Mark Scott gehört mit einer Summe von mehr als 400 Millionen Dollar dabei noch nicht einmal zu ihrem engsten Zirkel.

Dabei wir er wird als erster die volle Wucht des Gesetzes zu spüren bekommen. Seine Verteidigungslinie, dass er keine Geldwäsche betrieben habe, ist schon während der Verhandlung zusammengebrochen. Es wird nur noch über die Höhe der Strafe diskutiert. Der zu erwartende Schuldspruch sei nur eine "Formsache", heißt es auf den Gerichtsfluren in New York.

Mark Scott, der nicht kooperationsbereit war und sich weigerte, mit den Ermittlern zu kooperieren, erwartet eine Haftstrafe von bis 100 Jahren. Die Höhe des Strafmaßes liegt am Ende in den Händen des vorsitzenden Richters. Wie auch immer das Urteil ausfallen wird: Kommt es zu einem Schuldspruch, wird das Urteil angefochten werden.

Geldwäsche in großem Stil: Mit OneCoin-Geldern kaufte Scott über Tarnfirmen Immobilien, Yachten und Schmuck. Dieses Anwesen in Hyannis gehört ebenfalls OneCoin

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