Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Theater am Marientor

Skandal-"Wallace": Unlautere Werbung vom Minister

Autark-Gruppe: Auch ein Minister muss manchmal einem Ganoven die Hand schütteln

Zurück

Wolfgang DeMarco (li.) und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Da hatte der FDP-Mann noch Spaß. Als er hinterher erfuhr, mit welchen Kanaillen er zu tun hatte, ist ihm das Lachen vergangen

Als Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen kann sich FDP-Mann Professor Dr. Andreas Pinkwart oft genug seine Gesprächspartner nicht aussuchen. Wie jetzt bei der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin, als er von Wolfgang DeMarco vom Duisburger "Theater am Marientor" "zwangsbeglückt" wurde.

Der verurteilte Betrüger ist dort kreativer Leiter. Ganz kreativ wird dort derzeit der neue Beschiss geplant: Die angebliche "Weltpremiere" des Musicals "Wallace", das der Ganove DeMarco als Ko-Autor mitgeschrieben hat. Da hieß das Stück aber noch "Braveheart" und weil es niemand aufführen wollte, wurde Wolfgang DeMarco denn auch verurteilt. Er hatte Investoren und Anleger aufs Kreuz gelegt. Heute fungiert DeMarcos Lebensgefährte als Chef der Produktionsfirma, die noch nie etwas produziert hat - jedenfalls nicht für die Bretter dieser Welt.

Jetzt soll alles viel besser werden. Deshalb nutzt DeMarco auch jede Guerilla-Taktik, um jedem einen Prospekt in die Hand zu drücken, ein Foto zu ergattern, dieses bei facebook zu veröffentlichen, um so die Bedeutung des Bedeutungslosen zu dokumentieren.

Da traf es sich, dass der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Pinkwart beim Rundgang auch auf die heimischen Unternehmen schaute und letztlich bei der Theater-Pfeife Wolfgang DeMarco landete.

Schleichwerbung vom Minister macht sich immer gut. Vor allem, wenn gerade, wie schon bei "Braveheart", Investoren und Anleger ihr hart verdientes Geld in die Weichmasse eines Musicals mit dem Namen "Wallace" investieren sollen.

Besonders pikant wird es, wenn der Chef von allem, der Berufsverbrecher Stefan Koschate, alias Stefan Kühn, die gesamte "Wallace"-Veranstaltung und Planung als "Betrug" einstuft und diese Aussage bis zum heutigen Tag noch nicht einmal dementiert, geschweige als Scherz abgetan hat.

Kühn, Vorstand der maroden Autark Entertainment Group AG, versucht derzeit alles, einen 70-Millionen-Betrug bei den Autark-Anlegern zu vertuschen. Hierfür will er wertlose Aktien gegen inzwischen wertlose Nachrangdarlehn tauschen. Wertlos? Umverteilt: Die Millionen hat Stefan Koschate in die Tasche gesteckt.

Da trifft es sich, wenn der Minister fröhlich vorbeischaut. Er kann ja nicht ahnen, welche heimischen Kanaillen er in Berlin antreffen wird. Man hört, der Minister sei auch nicht vor DeMarco, Autark und dem TaM-Sumpf "gewarnt" worden, sonst hätte er um die Werbefarce "Wallace" einen großen Bogen gemacht.

Schließlich ist es auch politisch nicht opportun, wenn sich ein Wirtschaftsminister just mit denen vereint, die sein Kabinettskollege, der Finanzminister, jagt: Und sei es auch nur wegen gewerbsmässiger Steuerhinterziehung oder offener Steuerforderungen in sechsstelliger Höhe, die das Theater in Duisburg plagen.

Hätte Andreas Pinkwart das gewusst, das Lachen wäre ihm wohl vergangen.

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.