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Autark

Stefan Kühn und Laura Koschate planen ihre Flucht

In Dubai warten neue Identitäten und die Millionen der abgezockten Autark-Anleger

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Stefan Kühn und Laura Koschate: Ihnen wird der Boden in Deutschland zu heißt. In Duisburg wird von Plänen berichtet, dass sie sich rechtzeitig zum Weihnachtsfest nach Dubai besetzen wollen

Der Berufsverbrecher Stefan Kühn und seine Tochter Laura Koschate planen ihre Flucht nach Dubai. Das erfuhr :gerlachreport aus dem direkten Umfeld der Autark-Gruppe. Nach jüngsten Informationen soll offiziell als "Weihnachtsurlaub" getarnte Reise an den Golf die Flucht vertuschen. Auch Mitglieder der berüchtigten Kameraj-Mafia wollen sich demnach absetzen. Es wäre eine Reise in sichere Gefilde: Dubai liefert Ganoven nicht nach Deutschland aus.

Gleichzeitig ist Dubai ein Umschlagplatz für neue Pässe und Identitäten. Längst ist die Stadt am Golf eine Hochburg für Betrüger, Kleinganoven und kriminelle Banden. Kühn werden gute Kontakte nach Dubai nachgesagt: Er ist einer der Köpfe des deutschen Kapitalgrau- und Schwarzmarktes.

Derzeit wird noch ermittelt, ob Stefan Kühn über Offshore-Firmen Gelder ins Emirat verschoben hat. Die Offshore-Firmen werden mehrheitlich von seiner Tochter Laura geführt. Deshalb soll sie auch mit nach Dubai. Sie hat offenbar die entsprechenden Kontovollmachten.

Die Autark-Anleger wurden um mehr als 50 Millionen Euro betrogen. 3.600 Anleger wartet auf ihr Geld. Interne Berechnungen zeigen, dass mehr als ein Drittel dieser Summe im Ausland versteckt wird. Aktuell gibt es neue Betrugsmaschen, bei denen die INCO Genossenschaft, die Autark Entertainment Group und andere dubiose Unternehmen eine tragende Rolle spielen. Auch die "Autark-Oma" Adele Raschke hat demnach über die RAHL Geschäftsbesorgungsgesellschaft Gelder und Anlagevermögen der Autark-Anleger verschoben.

Gegen die Berufsverbrecher Stefan Kühn und seine Bande wird in Deutschland und Liechtenstein ermittelt (:gerlachreport berichtete).

In den vergangenen Wochen konzentrieren sich die Ermittlungen insbesondere auch auf Kühns Tochter Laura Koschate. Sie spielt nach jüngsten Erkenntnissen eine besondere Rolle bei der Vertuschung von Straftaten und der Verschleierung von Autark-Geldern. Sie hat tausende Seiten Beweismittel vernichtet, die ihren Vater in die Bredouille gebracht hätten, wären sie gefunden worden.

Dabei wird die Kritik an den Ermittlern immer lauter: Die Staatsanwaltschaften, so der Vorwurf, würden "dem Treiben kein Ende bereiten und die kriminellen Handlungen erst ermöglichen", heißt es in einer Beschwerde, die :gerlachreport vorliegt. Und: "Das grenzt schon an Beihilfe zur Straftaten".

Aktuell finden auch Überprüfungen statt, ob und wie Staatsanwälte in eine mögliche Korruption verstrickt sind: Die für Stefan Kühn tätige Adele Raschke hat in internen E-Mails zugegeben, Staatsanwälte "mit notwendigen Geldern versorgen" zu wollen. Vor den Augen der Ermittler haben Stefan Kühn, Adele Raschke und Laura Koschate neue Betrugsmodelle entwickelt und zocken weiter die Autark-Anleger ab (:gerlachreport berichtete).

Das Düsseldorfer Justizministerium hat eine Überprüfung der Bestechungsvorwürfe eingeleitet. Insbesondere die Frage, warum der Berufsverbrecher Stefan Kühn trotz erheblicher Flucht- und Verdunklungsgefahr, noch nicht verhaftet wurde, beschäftigt nicht nur die Fachleute, sondern auch die Autark-Anleger, die inzwischen vom Totalverlust ihrer Einlagen ausgehen müssen.

Auch die Kameraj-Mafia ist im Visier der Ermittler: In Hamburg haben sie Geschäftspartner von Stefan Kühn massiv bedroht und sind dabei von einer Überwachungskamera erfasst worden. Stefan Kühn hat die Kameraj-Brüder aber nicht nur für die Einschüchterungen von unliebsamen Geschäftspartnern benutzt, auch Anleger sind bedroht worden. Laura Koschate gilt als Geliebte der Brüder, denen der Boden in Deutschland offenbar zu heiß geworden ist.

Viel kälter dürfte er auch in Dubai nicht sein. Dafür aber viel sicherer vor dem Zugriff von Polizei und Staatsanwaltschaften.

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