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Autark

Stefan Kühn: Und wieder neue zwei Millionen Schulden

Anleger fragen: Warum hat die Staatsanwaltschaft Dortmund schon wieder geschlafen?

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Auszug aus den Vertragsunterlagen, die :gerlachreport vorliegen. Stefan Kühn konnte niemals bezahlen. Jetzt geht es um einen neuen Eingehungsbetrug

Irgendwann ist Schluß. Auch wenn man als Berufsverbrecher mit allen schmutzigen Wassern gewaschen ist: Noch in dieser Woche wird Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll einen neuen Millionenbetrug von Autark-Boss Stefan Kühn auf den Tisch bekommen. Ob es jetzt reicht, ihn endlich wegzusperren?

Es geht um einen neuen Millionenbetrug. Schaden: Zwei Millionen Euro. Zwar steht eine von Kühns Marionetten, der Duisburger Immobilienmakler Jörg Platen, als möglicher Verantwortlicher im Feuer. Doch Unterlagen und Schriftverkehr, der :gerlachreport vorliegt, beweist: Sämtliche Aktivitäten wurden von Stefan Kühn entschieden und gesteuert. Platen wird eines der üblichen Bauernopfer sein.

Es geht um einen Kaufvertrag vom 27. März 2019. Für zwei Millionen Euro wollte die TAMRA Verwaltungsgesellschaft mbH, vertreten durch ihren Geschäftsführer Jörg Platen, einen 30prozentigen Anteil an einem Unternehmen kaufen, das sich auf die Abwicklung von Lebensversicherungen spezialisiert hat.

Die TAMRA Verwaltungsgesellschaft GmbH wurde jedoch erst am 25. Juni 2019 unter der HRB-Nummer 31911 mit dem Geschäftsführer Jörg Platen eingetragen. Da das Betrugsgeschäft vor der Eintragung per Notariat besiegelt wurde und weder Kühn, noch Platen das geld hatten, wird der Fall als Eingehungsbetrug gewertet.

Am 15. August bekam Barbara Bocian, die persönliche Assistentin von Stefan Kühn dann Einzelprokura in dem Unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt soll der 52jährige Platen bereits das Weite gesucht haben. :gerlachreport hat Platen um Stellungnahme zu dem Millionenbetrug gebeten, er hat nicht reagiert.

Barbara Bocian, so heißt es aus dem Umfeld von Stefan Kühn, habe nur deshalb Prokura erhalten, damit Jörg Platen "offiziell geopfert werden kann". Das ist eine gängige Methode beim Berufsverbrecher Stefan Kühn, alias Stefan Koschate, der bereits in der Vergangenheit immer die Schuld auf andere geschoben hat. Das zeigen auch seine umfangreichen Strafakten aus der Vergangenheit, die :gerlachreport vorliegen.

Mit dem Kauf des Unternehmens wollte Stefan Kühn als Partner ganz groß in die Rückabwicklung von Lebensversicherungen einsteigen. Hier hätte sich für ihn die Möglichkeit geboten, frisches Kapital in die marode Autark-Gruppe zu stecken, wenn das Geschäft richtig aufgezogen wird. Immerhin geht es um mehr als 2.000 neue Anleger und Investoren.

Gleichzeitig wäre es für ihn eine willkommene Retourkutsche gegen seine ehemaligen Geschäftspartner Daniel Sprünken und Andreas Klee gewesen, die mehr schlecht als recht das dubiose Unternehmen afin24 betreiben. Sprüngen und Klee haben für die Autark Millionen eingesammelt und sich dann aus dem Staub gemacht, als Anleger ihr Geld wiederhaben wollten. Sie konnten nachweisen, dass Kühn ein Betrugs- und Schneeball-System betreibt.

Mit seiner Beteiligung an einem seriösen Unternehmen wäre Kühn in einen Millionenmarkt eingestiegen. Kühn ließ mehrere Zahlungstermine verstreichen. Bereits Ende Juli waren dann die zwei Millionen Euro ohne weiteren Aufschub zur Zahlung fällig.

:gerlachreport liegen umfassende Unterlagen vor, die belegen, wie Stefan Kühn versucht hat, mit fadenscheinigen Tricks aus seiner Zahlungsverpflichtung zu kommen. Sein Problem: Der Verkäufer ist ein versierter, anerkannter Rechtsanwalt, der in den kommenden Tagen bei einen persönlichen Besuch Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll den Eingehungsbetrug detailliert nachweisen wird.

Dieser letzte Schritt hat dann wohl tatsächlich erhebliche Konsequenzen. In einer verzweifelten Aktion erklärte sich Stefan Kühn schriftlich bereit, mit einem Schuldanerkenntnis den Gang zum Staatsanwalt zu vermeiden.

Arkadius Wyrwoll führt gegen Kühn und seine Ehefrau Sabine die zentralen Ermittlungen in einem der größten Betrugsfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte. Mehr als 3.500 Anleger wurden um mehr als 50 Millionen Euro betrogen.

Bis heute ist Anleger, Rechtsanwälten und Verbraucherschützern rätselhaft, warum Stefan und Sabine Kühn immer noch auf freiem Fuß sind. Trotz der erdrückenden Fakten und Beweise hat die Staatsanwaltschaft Dortmund erst durch ihre Untätigkeit die neuen Betrügereien möglich gemacht.

Der zentrale Vorwurf: Hätte sie das kriminelle Paar frühzeitig aus dem Verkehr gezogen, wären Millionenschäden vermieden worden. Denn auch der aktuelle Fall ist nur die Spitze des Eisbergs.


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