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Start Up

Studie: Deutsche Start-Up-Berater sind nicht Spitze

Das deutsche Problem: Studie fordert enge Kontakte zwischen Start-up und Investoren

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Verbesserungspotential sieht die RFH vor allem in der individuellen Förderung. „Zu oft sind Accelerator-Programme noch sehr am Schulbank-Prinzip orientiert“

Die deutschen Start-Up-Berater sind nicht Spitze. Das ist das Ergebnis einer Studie, die :gerlachreport vorliegt. Danach liegen Anspruch und Wirklichkeit in vielen Fällen „weit auseinander“. Schlimmer noch: Selbst gute Ideen werden durch die fehlenden finanziellen Mittel und andere Unwägbarkeiten oft genug nicht umgesetzt - zum Schaden einer ganzen Gesellschaft.

Die Rheinische Fachhochschule Köln (RFH) hat in einer Studie erstmals ein Ranking erstellt, das die Performance von deutschen Acceleratoren vergleichbar macht: „Wir wollen mit dieser Studie deutschen Gründern eine Übersicht über die deutsche Accelerator-Landschaft geben,“ sagt Professor Kai Buehler von der RFH. „Außerdem wollen wir Transparenz schaffen, was bei welchen Acceleratoren funktioniert und was nicht.“

Die RFH hat für die Studie mit 110 Start-up-Gründern gesprochen, die mit ihren Unternehmen an Accelerator-Programmen teilgenommen haben. Basierend auf diesen Gesprächen wurde ein Ranking erstellt, das in drei Klassen aufgeteilt ist: Gold, Silber und Bronze.

Grundlage für das Ranking bilden fünf gleichgewichtete Kriterien: Folgefinanzierung, Akquise oder Börsengang, Wertsteigerung, Netzwerk und Gründerzufriedenheit.

Insgesamt haben es drei deutsche Institutionen geschafft in der Gold-Kategorie gelistet zu werden: Iconiq Lab Token Accelerator, Spin Lab und Techstars. Sechs weitere wurde in die Silber-Kategorie eingeteilt und nochmal sechs in die Bronze-Kategorie. 15 Start-up-Helfer wurden nicht im Ranking gelistet, weil sie entweder von zu wenigen Start-ups bewertet wurden oder weil die Rankingkriterien nicht erfüllt waren.

„Die volle Punktzahl hat keine der Institutionen erreicht, doch insgesamt sind die Ergebnisse der Studie ausgesprochen positiv,“ sagt Buehler. „Bei jeder Kategorie konnten die Gründer sagen, ob ihre Erfahrung mit dem Accelerator positiv, ausgeglichen oder negativ war.“

Für eine positive Erfahrung gab es einen Punkt und für eine negative Bewertung einen Minuspunkt. Für eine Einordnung in die höchste Kategorie benötigten die Start-ups mindestens vier Punkte.

Die allgemeine Gründerzufriedenheit fasst die RFH in einem „Net Promoter Score“ zusammen: Diese beziffert die Wahrscheinlichkeit, ob die Gründer das Programm weiterempfehlen würden. Der Score hat eine Skala von -100 bis 100 und liegt mit 35 im positiven Bereich.

Besonders die Wertsteigerung – das Hauptaugenmerk der Acceleratoren – sticht positiv heraus. Kein Unternehmen habe im Laufe der Teilnahme an einem solchen Programm an Wert verloren. Im Gegenteil: Hatten vor der Teilnahme nur knapp über 20 Prozent der Start-ups einen Unternehmenswert von über 2,5 Millionen Euro, waren es nach der Teilnahme fast 55 Prozent.

Verbesserungspotential sieht die RFH vor allem in der individuellen Förderung. „Zu oft sind Accelerator-Programme noch sehr am Schulbank-Prinzip orientiert“, sagt Buehler. Das bedeutet, dass Gründer aus verschiedenen Branchen mit verschiedenen finanziellen Möglichkeiten im selben Kurs sitzen. „Dabei wird übersehen, dass ein Unternehmen mit einem Unternehmenswert von über einer Million Euro andere Ansätze benötigt als ein Unternehmen, das gerade mal 50.000 Euro wert ist.“ Mit individuellen Kursen, die auf die Start-ups zugeschnitten sind, seien bessere Ergebnisse möglich.

Weiteres Verbesserungspotential sieht die Studie in der Kontaktvermittlung zwischen Start-up und Investoren. Außerdem sei die Programmdauer nicht erfolgskritisch. Statt einer vorher festgelegten Dauer sollten die Acceleratoren die Programmdauer mit den unternehmensspezifischen Zielen und Möglichkeiten abstimmen.

Das würde ein effizienteres Arbeiten ermöglichen. Die RFH hat bestätigt, dass die Studie einmal pro Jahr wiederholt werden soll, um die Entwicklung in der deutschen Accelerator-Landschaft festzuhalten. Faktum ist: International hinkt Deutschland immer noch hinterher.

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