Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Autark

"Wallace": Freikarten für Staatsanwalt Wyrwoll

Mit kleinen Geschenken wird die Staatsanwaltschaft Dortmund "bei Laune gehalten"

Zurück

Das Ensemble des Musicals "Wallace": Immer noch steht nicht fest, ob es zur Aufführung kommen wird. Die geschlossenen Verträge sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Stefan Kühn erfüllt nämlich keine Verträge. Warum sollte er jetzt damit anfangen

Der Dortmunder Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll meint es gut mit dem Berufsverbrecher Stefan Kühn und seiner Ehefrau Sabine. Sie bleiben auch drei tage nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub immer noch auf freiem Fuß. Dafür hat er jetzt zur Weltpremiere Freikarten bekommen. Für das Musical "Wallace" im Duisburger "Theater am Marientor".

Kritische Stimmen sagen, Wyrwoll meine es "zu gut mit den Verbrechern". Anleger beschweren sich schriftlich in Dortmund. Und Stefan Kühn schlägt sich vor Freude auf die Schenkel: "Der Typ (gemeint ist Staatsanwalt Wyrwoll) hat keine Ahnung, der glaubt mir alles. Ich habe nicht Böses getan."

Bei den mehr als 3.500 Autark-Anlegern, die das aktuelle Spektakel der Familie Kühn aus der Distanz fassungslos verfolgen, herrscht Ratlosigkeit. Was viel schlimmer ist: Sie haben die Hoffnung verloren, dass die Justiz in Nordrhein-Westfalen in einem der größten Betrugsfälle der Nachkriegszeit tätig wird. Stattdessen schaut sie zu, wie Berufsverbrecher Stefan Kühn und seine Vertriebskanaillen ganz ungeniert weiter Investoren und Anleger über den Tisch ziehen.

Parallel betreibt die alkoholkranke Sabine Kühn, die sich inzwischen als "Managerin" des Autark-Desasters versteht, ihre Art von Öffentlichkeitsarbeit: Einschüchterungen, Beleidigungen, Lügen, Rufmord - kein Schmutz ist dreckig genug, der nicht geschleudert wird, um vom 50-Millionen-Schaden an mehr als 3.500 Autark-Anlegern abzulenken.

Während längst noch nicht sicher ist, ob die Weltpremiere des Musicals "Wallace" tatsächlich am 14. November 2019 stattfinden wird, verschickt Stefan Kühn bereits Freikarten zur Premiere.

Gegenüber einem Investor, derv sich gleich bei der Redaktion con :gerlachreport meldete, verkündete er: "Die Angriffe gegen uns sind absolut haltlos. Ich habe inzwischen sogar Staatsanwalt Wyrwoll persönlich eingeladen, damit er sich davon überzeugen kann, dass bei uns alles in Ordnung ist."

Die Freikarten für Arkadius Wyrwoll sollen nachweisen, dass es "keine schmutzigen Geschäfte" im Umfeld der Autark Entertainment Group AG und im "Theater am Marientor" gibt. Entsprechende Pressemeldungen seien "Erpressung". Alle negativen Berichte seien "erfunden", die Fakten wären "ganz anders". Wie sie sind, sagt Kühn nicht.

Es ist zweifelhaft, ob seine Freikarten-Charme-Offensive hilfreich ist: Einem Geschäftspartner schuldet Kühn aktuell zwei Millionen Euro. Kühn hat ein Schuldanerkenntnis versprochen und will eine Lösung bis zum Ende der Wiche vorschlagen. Auch andere Partner des Berufsverbrechers haben die Messer gewetzt. Längst gibt es einen Verbund von Geschädigten, die der Staatsanwaltschaft die Unterlagen zur Verfügung stellt, sollte Kühn nicht zahlen.

Stefan Kühn ließ am gestrigen Mittwoch ausrichten, er habe "einen Millionenvertrag unterschrieben und jetzt seien die Finanzierung des Musicals und die Bezahlung seiner Schulden bei einen Geschäftspartnern gesichert."

Selbst wenn das so wäre: Damit würde er ja selbst zugeben, dass seine Geschäfte nur funktionieren, wenn immer neue Gelder eingesammelt werden - das Autark-Schneeballsystem hätte sich damit selbst enttarnt. Und genau das ist der Vorwurf seit Jahren.

Im Duisburger "Theater am Marientor", wo Kühn als Vorstand der Autark Entertainment Group AG und seiner zahlreichen Unternehmen die Fäden zieht, ist die Verunsicherung groß. Das Ensemble des Musicals hat bis zum heutigen Tag keine Sicherheit, ob das Musicals überhaupt aufgeführt werden kann - die benötigten finanziellen Mittel liegen immer noch nicht vor - auf den Schreibtischen stapeln sich die unbezahlten Rechnungen. Geschlossene Verträge mit den Künstlern stellen sich als wertloses Papier heraus.

Aber vielleicht ist das Düsseldorfer Justizministerium, Dienstherr von Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll, ja auch mit Freikarten glücklich. Das Recht im Fall Autark ist seit Jahren auf der Stecke geblieben. Dann bleibt der Spott nicht auf einen kleinen, untätigen Staatsanwalt begrenzt, der sich hinter einer Eintrittskarte von "Wallace" für eine Weltpremiere verstecken kann.

Zurück

Unterstützen Sie uns

 

Fördern Sie unsere Arbeit. Nie war unabhängige, investigative Berichterstattung wichtiger. Wir bestimmen den Weg unserer Agenda und Redaktion selbst. Unser Journalismus ist frei. Er wird nicht von Milliardären, Politikern oder Aktionären beeinflusst. Helfen Sie uns bei unserer Arbeit. Jeder Betrag, den wir von Lesern wie Ihnen erhalten, ob groß oder klein, fließt direkt in die Finanzierung unseres unabhängigen Journalismus.

Es geht ganz einfach: PayPal.me/newsroomllc

Wenn Sie unsere Arbeit als Unternehmen unterstützen wollen, können wir Ihnen einen entsprechenden steuerlich absetzbaren Aufwand in Rechnung stellen.

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.