Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Autark/TaM

WAZ: Fake News in der Affäre um das Musical Wallace

Angebliches Erpresserschreiben eine Fälschung des Berufsverbrechers Stefan Kühn

Zurück

Große Aufmachung, nichts dahinter: Das Medienspektakel um angebliche Erpressungen waren Fake News. Inszeniert von dem Berufsverbrecher Stefan Kühn und seiner Ehefrau Sabine

Die Affäre Autark weitet sich aus: Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) hat nur wenige Stunden nach Veröffentlichung des Artikels "Erpressung und Betrug - der Krimi rund ums TaM in Duisburg" den Artikel wieder gelöscht. Der Artikel hat sich als "Fake News" herausgestellt.

Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Berufsverbrecher Stefan Kühn, alias Stefan Koschate, hatte Mitte der Woche über sein Firmenkonto "s.kuehn@autark-entertainment.com" bei der Deutschen Presseagentur (dpa) eine Pressemitteilung lanciert, dass das Musical "Wallace" abgesagt wird. Die "Weltpremiere" am 14. November, so die Meldung, sowie weitere 90 Aufführungen fänden nicht statt. Gekaufte Eintrittskarten würden erstattet.

Ohne Prüfung hatten daraufhin die WAZ-Redakteure Fabienne Piepiora, Sinan Sat und Martin Ahlers von "jahrelanger Erpressung und Forderungen in Millionenhöhe, ein Hackerangriff und lancierte Falschmeldungen" schwadroniert. Das Problem: Alles Falschmeldungen.

Hintergrund sind erhebliche finanzielle Probleme: Stefan und seine Ehefrau Sabine Kühn haben in den vergangenen Jahren mehr als 3.500 Anleger um mehr als 50 Millionen Euro betrogen. Noch während die Staatsanwaltschaft Dortmund diese Fälle unter Leitung des Staatsanwaltes Arkadius Wyrwoll ermittelt, hatte das umtriebige Ehepaar Kühn neue Abzockpläne: Über das Musical "Wallace" sollten neue, frische Investoren und Geldgeber gefunden werden, um die Schuldenlast zu tilgen.

Denn Sabine und Stefan Kühn können weder die Anleger, noch das Musical bezahlen. Über die Autark Entertainment Group AG wurden illegal wertlose Aktien als "Sicherheit" für Geldgeber abgetreten. Die selben Aktien, die bereits an die gebeutelten Autark-Anleger überschrieben waren.

Damit sollte der Staatsanwaltschaft vorgegaukelt werden, dass das Ehepaar Kühn "alles tut, Verbindlichkeiten zu befriedigen".

Schlimmer noch: Während das Ensemble von "Wallace" fleißig für die Weltpremiere probt, ist die Nachfrage nach den Karten "eher bescheiden", wie es in einer internen Meldung von Autark/Theater am Marientor/TAMRA/Inco/Rahl-Boss Stefan Kühn heißt.

Die Falschmeldung, auf die die WAZ reingefallen ist, war eine gute Methode Medienwirkung zu erzielen. leider ist der Schuß jetzt nach hinten losgegangen. Stefan Kühn war noch nie ein intelligenter Stratege.

Denn Stefan Kühn beherrscht nur das Lügen wirklich gut. So wurden abenteuerliche Fake News in die Welt gesetzt: Ein E-Mail-Konto sei "geknackt" worden (wurde es nicht), es gäbe einen "Hackerangriff" (gab es nach Auskunft der dpa nicht) und es gäbe eine "seit Jahren andauernde Millionenerpressung".

Die WAZ weiter wörtlich: "In seinem jüngsten Erpresserschreiben, das der Redaktion in Auszügen vorliegt, heißt es etwa: „Morgen früh platzt die Bombe. Entweder Sie zahlen oder Sie sterben!!!! Bzw. das Theater und Autark.“

Weder die Verlagsleitung der Funke-Mediengruppe, noch die Chefredaktion, noch die verantwortlichen Redakteure wollten dieses angebliche "Erpresserschreiben" auf juristischen Druck herausrücken. Es hatte sich nämlich bei genauer Überprüfung herausgestellt, dass es sich offensichtlich um eine schlechte Fälschung des Kriminellen Stefan Kühn handelt.

Auch von dem mittellosen Pressesprecher der Autark Entertainment Group AG, Michael Mohr, ließen sich die Redakteure nach allen Regeln der Kunst vorführen. Mohr, gegen den bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal in der Affäre Wallace und Autark ermittelt wird, verlautete: "Er (der angebliche Erpresser, d.Red.) versucht mit gezielten Falschmeldungen über das Internet 2,5 Millionen Euro von dem Unternehmen zu erpressen.“ Intern gibt Mohr inzwischen zu, dass ihm bei dieser Aussage Stefan Kühn "die Feder geführt" habe. Mohr hat auch bestätigt, dass Kühn damit "das Verschwinden erheblicher Geldsummen vertuschen will".

Es wird vermutet, dass Gelder bei Sabine Kühn "gebunkert" werden - auch hierüber hatte der :gerlachreport bereits in der Vergangenheit berichtet.

Dieses Sammelsurium an Lügen und unglaublichen Geschichten hatten die faulen WAZ-Redakteure ungeprüft übernommen und veröffentlicht. Die WAZ-Männer und -Frauen übernahmen auch die seit Jahren gängige "Scheißhausparole", dass der angebliche "Erpresser" auch hinter dem :gerlachreport stecke und Firmen auffordert, negative Berichte gegen Geldzahlungen zu entfernen.

Weder die WAZ, noch das kriminelle Ehepaar Kühn können jedoch derartige Verbindungen nachweisen. Der :gerlachreport hat noch nie Zahlungen von Kühn, der Autark-Gruppe oder einem anderen Unternehmen erhalten.

Die WAZ weiter: "Bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern werden bereits seit einiger Zeit Ermittlungen wegen Veröffentlichungen auf der Internetplattform Gerlachreport geführt. Bei diesen Ermittlungen geht es auch um Straftaten zum Nachteil der Autark. Nach einem Beschuldigten wird derzeit gefahndet."

Richtig ist, dass Betrüger aus Kapitalgrau- und Schwarzmarkt (auch die Familie Kühn) die entsprechenden Strafanzeigen gestellt haben, um den abgezockten und verunsicherten Anlegern zu dokumentieren, dass der vom :gerlachreport aufgedeckte Betrug keiner ist. Richtig ist auch, dass die Staatsanwaltschaft sämtliche Verfahren eingestellt hat - ohne dass jemals jemand aus der Redaktion des :gerlachreport befragt wurde.

Aber auch das ist völlig unerheblich, hätte die WAZ richtig recherchiert: Der :gerlachreport ist kein deutsches Medium und unterliegt damit auch nicht der deutschen Gerichtsbarkeit. Das wissen natürlich auch Stefan und Sabine Kühn. Aber das ist nicht entscheidend. Stimmt eine Nachricht, eine Geschichte, eine Meldung? Welche Berichterstattung des :gerlachreport war wann, wie falsch? Und wie können Wahrheiten zu "Erpressungen" führen?

Sabine Kühn, die ehemalige und offiziell wegen Veruntreuung gefeuerte Theaterchefin des TaM, ist und war die heimliche Manipulateurin und Strippenzieherin im Hintergrund. Eine nervenaufreibende Aufgabe, wenn sämtliche Fakten sich immer als Wahrheit herausstellen. Wohl auch deshalb bestehen die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Dortmund nach den Worten von Stefan "zu 90 Prozent aus Berichten des Gerlachreport". So viel kann also in der Berichterstattung nicht falsch sein.

Das seit Jahren andauernde Betrugspektakel, Pfändungen, Gerichtsvollzieher, Arreste, Hausdurchsuchungen, Lügen und Betrügereien haben ihre Spuren hinterlassen. Sabine Kühn hängt an die Flasche. Umnebelt durfte sie den WAZ-Reportern ihre erfundenen Ungeheuerlichkeiten in den Block diktieren: "Er erpresst uns mit alten Sachen, das ist schlimm. In Deutschland gibt es ein Recht auf Resozialisierung“.

Die letzte Verurteilung des Berufsverbrechers Stefan Kühn liegt tatsächlich schon mehr als fünf Jahre zurück. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund gegen das Ehepaar.

Irgendwie hat das mit "Resozialisierung" dann doch nicht geklappt. Das zeigt die aktuelle Affäre Wallace und seine Begleitumstände. Stefan und Sabine Kühn haben zudem viel zu verstecken: Allein in dieser Woche sind aktuelle, neue Betrügereien des Ehepaars in einer Größenordnung von mehr als fünf Millionen Euro aufgeflogen. Die entsprechenden Unterlagen und Dokumentation sind auf dem Weg nach Dortmund. Das alles ist eine kleine Spitze eines Eisberges, der in den kommenden Wochen noch für Aufregung sorgen wird.

Das sind nämlich nur zwei Fälle. Die mehrere hundert Anleger, die ihr Geld in das wertlose Musical "Wallace" gesteckt haben, gehören nicht einmal dazu. Geschätzter neuer "Wallace"-Schaden: weitere 20 Millionen Euro. Diese Fakten haben dann auch die Macher bei der WAZ überzeugt. Sie löschten kommentarlos den Artikel.

Mit der Verhaftung des kriminellen Ehepaars wird jetzt kurzfristig gerechnet, hieß es Freitagnachmittag in Dortmund gegenüber dem :gerlachreport. Bis dahin kann Sabine Kühn noch in die Flasche schauen.

Die Faktenlage war erdrückend: Verlagsleitung, Chefredaktion und Lokalredaktion löschten die Fake News über die Hintergründe einer angeblichenErpressung in Höhe von 2,5 Millionen Euro

Zurück

Unterstützen Sie uns

 

Fördern Sie unsere Arbeit. Nie war unabhängige, investigative Berichterstattung wichtiger. Wir bestimmen den Weg unserer Agenda und Redaktion selbst. Unser Journalismus ist frei. Er wird nicht von Milliardären, Politikern oder Aktionären beeinflusst. Helfen Sie uns bei unserer Arbeit. Jeder Betrag, den wir von Lesern wie Ihnen erhalten, ob groß oder klein, fließt direkt in die Finanzierung unseres unabhängigen Journalismus.

Es geht ganz einfach: PayPal.me/newsroomllc

Wenn Sie unsere Arbeit als Unternehmen unterstützen wollen, können wir Ihnen einen entsprechenden steuerlich absetzbaren Aufwand in Rechnung stellen.

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.