Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

USA

Wie die Russen Donald Trump an die Macht brachten

Exklusiv: Neue Analyse beweist die russische Desinformation bei Trumps Wahl

Zurück

Der Bericht unterstreicht zudem, dass auch heute noch Russen die Arbeit des amerikanischen Präsidenten unterstützen

Auch wenn der amerikanische Präsident lauthals zu jeder passenden und unpassenden Situation tönt, es habe keine russische Beeinflussung seiner Wahl 2016 gegeben: Donald Trump lügt. Das beweist ein vertraulicher Bericht, der jetzt erstmals vorlegt wurde. Zum ersten Mal sind detailliert und umfangreich die russischen Manipulationen bei der US-amerikanischen Wahl detailliert belegt.

In der vertraulichen Analyse, über den die Washington Post, Medienpartner des :gerlachreport, Sonntagabend zum ersten Mal berichtete, wurden Millionen unterschiedlicher Stellen und Quellen untersucht, die von den großen Technologieunternehmen dem Senatsausschuss für Nachrichtendienste zur Verfügung gestellt wurden. Die Ergebnisse sind für das Weiße Haus eine Bombe.

Ein Bericht ist die eindeutige Bestätigung der bisher bestrittenen Desinformationskampagne. Die russische Kampagne nutzte demnach jede wichtige Social-Media-Plattform, um zielgruppenrelevante Beiträge, Bilder und Videos zu liefern. Damit nicht genug: Der Bericht unterstreicht zudem, dass auch heute noch Russen die Arbeit des amerikanischen Präsidenten unterstützen. Offenbar auch mit Wissen des Weißen Hauses. Der Report soll Ende der neuen Woche, rechtzeitig zum Weihnachtsfest, öffentlich gemacht werden. Das hat der Senatsausschuss angekündigt.

Die Analyse - durch das Computational Propaganda Project der Oxford University und Graphika, ein Netzwerkanalyse-Unternehmen - bietet neue Details und Einblicke darüber, wie die Russen arbeiten. Detailliert werden die Methoden und Straftaten beschrieben, die 2016 zum republikanischen Sieg geführt haben.

Die von den Forschern verwendeten Datensätze wurden von Facebook, Twitter und Google bereitgestellt und erstreckten sich über mehrere Jahre bis Mitte 2017, als die Social-Media-Unternehmen gegen die bekannten russischen Konten vorgingen. Der Bericht, der auch Daten analysierte, die separat an die Mitglieder des Geheimdienstes des Hauses übermittelt wurden, enthält noch keine Informationen über weitere russische Einflussnahmen nach Mitte 2017, wie die Zwischenwahlen im November.

"Die ganze russische Einflussnahme diente dazu, die Republikanische Partei zu fördern - und speziell den Sieg von Donald Trump sicherzustellen", heißt es in der Analyse. Und: "Trump wird am häufigsten in Kampagnen erwähnt, die sich an Konservative und Wähler des rechten Poltischen Spektrums richtet. Die Botschaften für diese Gruppen sind eine Ermutigung Trumps Kampagne zu unterstützen. Trumps Gegner wurden gezielt desinformiert, abgelenkt, verwirrt und das alleinige Zile war, diese Wähler vom Urnengang abzuhalten."

Der neue Bericht beweist, dass russische Agenten Trump geholfen haben, das Weiße Haus zu erobern. Dieses hatten auch die unterschiedlichen Nachrichtendienste in den USA festgestellt. Sie wurden massiv vom Präsidenten und seinen politischen Helfern angegriffen und diffamiert. Bis heute zweifeln einige Republikaner auf dem Capitol Hill an der russischen Einmischung in die letzten Präsidentschaftswahlen.

Die Russen richteten ihre besondere Energie darauf, Konservative in Fragen wie Waffenrechte und Einwanderung zu aktivieren, während sie gleichzeitig das politische Gewicht der linken afroamerikanischen Wähler untergruben, indem sie ihr Vertrauen in Wahlen untergruben und irreführende Informationen über das Wahlrecht verbreiteten. Viele andere Gruppen - Latinos, Muslime, Christen, schwule Männer und Frauen, Liberale, Südstaatler, Veteranen - erhielten zumindest eine gewisse Aufmerksamkeit von Russen, die Tausende von Social Media Accounts betreiben.

Der Bericht bietet auch detaillierte Analysen der Rolle von YouTube, das zu Google gehört, und Instagram. Auch andere Social Media Plattformen wie Google+, Tumblr und Pinterest wurden genutzt, fanden aber relativ wenig Beachtung. Die russische Desinformation nutzte auch E-Mail-Konten von Yahoo, Microsofts Hotmail-Dienst und Google Gmail.

Facebook, Google und Twitter haben demnach die Arbeit der Wissenschaftler massiv behindert. Facebook versorgte den Senat lediglich mit Kopien von Beiträgen von 81 Facebook "Seiten" und Informationen über 76 Konten, die zum Kauf von Anzeigen verwendet wurden. Twitter hat es für externe Forscher nahezu unmöglich gemacht, Daten seiner Plattform über den öffentlichen Feed zu sammeln und zu analysieren.

Google hat nur rudiemntäre Informationen zur Verfügung gestellt. Inhalte von YouTube-Videos konnten datentechnisch nicht analysiert werden. Die YouTube-Informationen mussten von den Wissenschaftlern über die verschiedenen Links verfolgt werden. So konnten dann die russischen Verstrickungen und Manipulationen nachgewiesen werden.

Facebook, Google und Twitter haben Anfragen zu der Analyse nicht beantwortet.

Die Analyse unterstreicht indes die allgemeine Bedrohung, die soziale Medien für den politischen Diskurs innerhalb und zwischen den Nationen darstellen, und warnt davor, dass Unternehmen, die einst als Mittel für die Befreiung in der arabischen Welt und anderswo angesehen wurden, jetzt eine Bedrohung für die Demokratie darstellen.

"Soziale Medien sind von der natürlichen Infrastruktur zum Teilen kollektiver Missstände und zur Koordination des bürgerschaftlichen Engagements zu einem Recheninstrument für die soziale Kontrolle geworden, das von schlauen Politikern manipuliert und Politikern in Demokratien und Diktaturen gleichermaßen zur Verfügung gestellt wird."

Die Forscher stellten auch fest, dass die Daten Beweise für Schlamperei durch die Russen enthalten, die zu einer früheren Enttarnung hätten führen können, einschließlich der Verwendung von Russlands Währung, dem Rubel, um Anzeigen und russische Telefonnummern für Kontaktinformationen. Die Mitarbeiter hinterließen demnach auch technische Signaturen in computergestützten Protokollen, wie beispielsweise Internetadressen in St. Petersburg.

Zurück

Unterstützen Sie uns

 

Fördern Sie unsere Arbeit. Nie war unabhängige, investigative Berichterstattung wichtiger. Wir bestimmen den Weg unserer Agenda und Redaktion selbst. Unser Journalismus ist frei. Er wird nicht von Milliardären, Politikern oder Aktionären beeinflusst. Helfen Sie uns bei unserer Arbeit. Jeder Betrag, den wir von Lesern wie Ihnen erhalten, ob groß oder klein, fließt direkt in die Finanzierung unseres unabhängigen Journalismus.

Es geht ganz einfach: PayPal.me/newsroomllc

Wenn Sie unsere Arbeit als Unternehmen unterstützen wollen, können wir Ihnen einen entsprechenden steuerlich absetzbaren Aufwand in Rechnung stellen.

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.